Pionier-Arbeit

Pioniere: das Weingut Weick.
Echte Pioniere: die Weiks haben sich dem An- und Ausbau des Sauvignon Blanc in der Pfalz verschrieben. (Foto: Weingut Weik)

Geschrieben von Mundschenk
Beim Blick auf den Rebsortenspiegel vieler Pfälzer Weingüter ist es nur schwer zu glauben, dass der Sauvignon Blanc mal ein Exot in der Pfalz war: Im Jahr 1980 noch unbedeutend, wuchs die Anbaufläche weltweit seitdem um mehr als das 10-fache. Mittlerweile gehört die Kreuzung aus Traminer und Chenin Blanc, die ursprünglich aus dem Loire-Tal stammt, zu den 20 am häufigsten angebauten Rebsorten der Welt. Schwerpunkte liegen in Frankreich und Neuseeland.

In Deutschland wird Sauvignon Blanc erst seit Anfang der 1990er-Jahre angebaut, mittlerweile auf bundesweit etwa 500 Hektar. Mehr als die Hälfte davon liegt in der Pfalz. Zum enormen Erfolg hat auch das Neustadter Winzerehepaar Bernd und Joan Weik beigetragen, das bereits 1993 mit dem Anbau begonnen hat. Die Weiks sind echte Pioniere, die den An- und Ausbau des Weins in der Pfalz über die Jahre perfektioniert haben. Was macht den Sauvignon Blanc so besonders? Ganz klar die Vielfalt der Geschmacksrichtungen. In der Pfalz findet sich fast die gesamte Bandbreite vom grassigen über den parfümigen Sauvignon Blanc bis hin zur Fumé-Version aus dem kleinen Holzfass.

Ein Wein für „Middle Ager“

Die Weiks haben es jedoch geschafft, einen ausgezeichneten Mittelweg zu finden. Die Nase ist frugal, ohne eine Spur von parfümiger Note. Es findet sich keinerlei spürbare Säure, dennoch wirkt der Wein frisch mit jugendlichem Biss. Ein Wein auch für den „Middle Ager“, der Säure vermeiden möchte, ohne auf frische Weine zu verzichten.
Schon der erste Schluck ihres 2016ers zeigt die Vielfalt der Sauvignon-Blanc-Möglichkeiten: Man glaubt grüne Paprika und reife Stachelbeeren gleichzeitig auf der Zunge zu haben. Keinerlei künstliche Note, sondern nur ehrliche, klare Fruchtstruktur. Ein Wein, der schon wenige Monate nach der Abfüllung trinkreif ist, ohne frühreif zu wirken.
Einzig der Fumé-Trinker mag das bändigende Holz vermissen. Aber auch er findet in der Pfalz etwa mit Zeter und von Winning außergewöhnliche Sauvignon-Blanc-Winzer.

Der Text ist in ähnlicher Form im Genießer-Magazin VielPfalz erschienen. 

Wein: Gimmeldinger Meerspinne Sauvignon Blanc; Weingut: Weik, Neustadt-Mussbach; Jahrgang: 2016; Alkoholgehalt: 12,5 % Vol.; Preis: 11 Euro (im Handel); Internet: www.weingut-weik.de

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