Mit Winechanges im Deidesheimer Hof

Winechanges.
Unter dem Namen Winechanges präsentieren sich junge Winzer aus der Verbandsgemeinde Deidesheim.

Von Alexander Sperk

Selbst wenn man an der Weinstraße wohnt und sich recht ausgiebig mit Wein beschäftigt, so wie wir das tun, ist man immer dankbar für Ideen, welche Weine es sich noch zu probieren lohnt oder welchen neuen Winzer man noch ansteuern sollte. Da kommen Einladungen zu Verkostungen wie jetzt von Winechanges nach Deidesheim sehr gelegen. Hinter Winechanges stehen eine Reihe junger Winzer aus der gesamten Verbandsgemeinde, die sich gemeinsam präsentieren – wie jetzt in der Orangerie des Deidesheimer Hofs. Dieses Jahr konnten wir sogar mal dabei sein, sonst hatte es terminlich nicht gepasst. Und es hat sich gelohnt, obwohl viele Weine nur als Fassprobe zu verkosten waren – aber das ist bei der ProWein ja auch kaum anders.
Gespannt darf man zum Beispiel auf den Riesling „Herr Mehling“ des Deidesheimer Weinguts Mehling sein. Die Fassprobe verspicht einen Einstiegsriesling für jeden Tag, der aber trotzdem schon eine gewisse Eleganz vorweisen kann. Und Name und Etikett sind ohnehin charmant. Das 2017er Forster Ungeheuer des Deidesheimer Weinguts J.F. Kimich verspricht ebenfalls schon einiges – 40 Prozent kommen aus dem Holzfass, 60 aus dem Edelstahl. Wie es die Philosophie des Weinguts ist, ist der Wein zwar trocken, aber nicht staubtrocken – die Restsüße macht ihn schon jetzt sehr gefällig. Mit 9 Gramm Restzucker hart an der Grenze zu halbtrocken liegt der 2017er Deidesheimer Grainhübel, einer Lage, die mir aufgrund der unheimlichen Kraft ihrer Rieslinge sehr gut gefällt. Kimich ist für uns eine echte Alternative zum Weingut von Winning, wenn es ein Riesling der Lage Grainhübel sein soll. Fast schon puristisch grün ist dagegen der Sauvignon Blanc der Kimichs.

Im Deidesheimer Hof haben die jungen Winzer ihre Weine präsentiert.

Stärker in die gelbe Richtung geht dagegen der Sauvignon Blanc des Weinguts Heinrich Spindler aus Forst – für alle, die ihren Sauvignon Blanc nicht zu grasig-grün mögen sicher eine gute Wahl. Gleiches gilt natürlich für den Riesling der Spindlers aus der Forster Paradelage Jesuitengarten. Schon jetzt ist der 2016er ein ganz toller, würzig-kräftiger Riesling mit ganz viel Potenzial. Wir hatten kürzlich einen 2012er desselben Weinguts aus dem Jesuitengarten getrunken, den ich nach dem ersten Betriebsausflug des Pfälzer Weinblogs zu den Spindlers 2013 beiseite gelegt hatte. Fazit: Das Warten hat sich gelohnt, auch nach sechs Jahren gefiel er mit toller Würze und ordentlicher Länge.

Chardonnay-Empfehlungen

Ich bin zwar nicht so der große Chardonnay-Fan, doch das gilt nicht für die Chardonnays des Wein- und Sektguts Braun aus Meckenheim. Besonders der Chardonnay aus der Lage Meckenheimer Neuberg ist für mich eine absolute Empfehlung: schön schmelzig, ordentlich im Volumen und das alles ohne Holz. Sehr schön. Ein echter Geheimtipp ist für mich der Spitzen-Chardonnay des Weinguts Ernst Weisbrodt (Niederkirchen): Handlese, Spontangärung, 12 Monate im Tonneau, unheimlich schlank und trotzdem typische Chardonnay-Aromen. Allein deswegen lohnt sich für mich der Weg nach Niederkirchen! A propos Geheimtipp: In diese Rubrik fällt auch der Riesling „Alte Reben“ des Weinguts Josef Andres (Niederkirchen). Der Wein ist spontanvergoren und kommt je zur Hälfte aus Tonneau und Edelstahl. Für unter sieben Euro ebenfalls eine klare Empfehlung.

Weitere Infos zu Winechanges gibt es hier.

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