Weinlese 2020 in der Pfalz gestartet

Lesebeginn
Die Pfälzische Weinkönigin Anna-Maria Löffler griff selbst zur Schere. (Foto: Pfalzwein e.V. / Susanne Breiling)

Ein Hauch von Normalität kehrt zurück an die Deutsche Weinstraße zwischen Bockenheim und Schweigen-Rechtenbach. Mit der Ernte der frühreifen Sorte Solaris im Weingut Schwindt in Weisenheim am Sand ist am Montag der Startschuss der Weinlese-Saison gefallen. „Wir sind rund 14 Tage früher dran mit dem Beginn der Lese des Neuen Weins als im langjährigen Jahresdurchschnitt“, verrät Weinguts-Inhaber Michael Schwindt und ergänzt: „Nach den frühreifen Sorten Solaris und Ortega wird die Lese der Hauptrebsorten etwa am 25. August beginnen. In unserem Weingut starten wir mit dem Sauvignon Blanc, den wir möglichst früh lesen, um die charakteristischen grünen Noten hervorzuheben.“

Die pilzwiderstandsfähige weiße Rebsorte Solaris wurde 1975 vom Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg gezüchtet. In der Pfalz sind etwa 36 Hektar damit bestockt, deutschlandweit sind es 160 Hektar. Die Trauben landen zumeist in Cuvées oder werden aufgrund ihrer frühen Reife zu Federweißer verarbeitet.

Positive Aussichten für neuen Jahrgang

Für das gesamte Anbaugebiet Pfalz prognostiziert das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Neustadt-Mußbach vorsichtig positive Aussichten für den diesjährigen Weinjahrgang. „Vor allem bei den Themen Frühreife, Behang und Traubengesundheit können wir zum aktuellen Zeitpunkt sehr zufrieden sein. Entscheidend für die Qualität des neuen Jahrgangs ist wie immer aber auch das Wetter unmittelbar vor dem Herbst und während dem Herbst“, so Dr. Matthias Petgen vom Institut für Weinbau und Oenologie des DLR.

Frühe Hauptlese erwartet

Für die nächsten Wochen wünscht er den Winzern „ergiebige Landregenereignisse“ und eine trockene Phase während der Lese. Petgen erwartet zudem einen insgesamt „frühen Jahrgang“. „Die Lese der Hauptrebsorten beginnt voraussichtlich am 10. September. Damit sind wir etwas später als im Jahr 2018, jedoch noch früher als im vergangenen Jahr“, so Petgen.

Ein Stück Normalität

Für die Winzer in der Pfalz ist dieses Jahr ein Denkwürdiges. Der Virus Covid-19 sorgte für zahlreiche Einschränkungen und Ausfälle im Alltag – und nach wie vor bestimmt die Pandemie den Alltag der Winzer. Die Winzer müssen den Ausfall von Festen, dem zeitweisen Wegfall der Gastronomie-Branche und den erschwerten Bedingungen für Ernte-Helfer verkraften. Mit der bevorstehenden Lese kehrt nun zumindest kurzzeitig ein Stück Normalität zurück an die Deutsche Weinstraße. „Traditionell kombinieren wir den Beginn der Weinlese-Saison mit einer Veranstaltung auf einem Weingut. Wir bedanken uns, dass das Weingut Schwindt dieses Mal Gastgeber ist und uns Einblicke in die Lese der frühreifen Rebsorte Solaris gibt“, so Reinhold Hörner, Weinbau-Präsident der Pfalz, der den Winzern zugleich „viel Erfolg und ein hervorragendes Wetter“ für die kommende Weinlese wünscht.

Das Weingut Schwindt in Weisenheim am Sand bewirtschaftet etwa 19,5 Hektar Rebfläche und setzt dabei zu 55 Prozent auf weiße Rebsorten. Fokus liegt neben dem Riesling auf den Sorten Grauburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Bei den roten Rebsorten werden unter anderem verschiedene Cabernet-Sorten sowie Merlot an- und ausgebaut.

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