Jahrgang 2020 „wird uns große Freude machen“

Weinlese
Die Winzer sind mit der Qualität des Leseguts zufrieden. (Foto: VDP by Peter Bender)

Es ist eine der spannendsten Fragen jedes Herbsts – zumindest für Weintrinker: Wie wird der neue Jahrgang? Für den Jahrgang 2020 sind die VDP-Winzer da zuversichtlich: „Ein neidischer Herbst, was die Menge angeht. Aber wunderbare Qualitäten. Schon wieder ein Jahr, das uns große Freude machen wird“, zeigt sich VDP-Präsident Steffen Christmann laut einer Pressemitteilung zufrieden mit der Qualität des Leseguts.

Ernte immer früher

Seit einigen Jahren kann eine frühere Traubenreife und dadurch ein immer früherer Erntebeginn beobachtet werden. Dann ist schnelles, entschlossenes Handeln gefragt, um in den besten Lagen die Trauben zum optimalen Reifezeitpunkt gesund zu ernten und eine Überreife zu vermeiden. Um punktgenau agieren zu können, sind häufig große Erntemannschaften im Einsatz. Doch im Weinjahr 2020 mussten die Weingüter coronabedingt mit nur wenigen verfügbaren Saisonarbeitskräften auskommen. Auch deshalb liegen arbeitsintensive, kräftezehrende Wochen hinter den VDP-Winzern, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Nach der kleinen Ernte 2019 liegt die diesjährige Lesemenge nochmal knapp unter dem Vorjahreswert. Insbesondere in Franken und Sachsen/Saale-Unstrut haben Spätfröste zu Ernteverlusten geführt. In der Pfalz und Rheinhessen konnten durchschnittliche Traubenmengen geerntet werden.

Wasserreserven teilweise aufgefüllt

Nach dem trockenen Winter des Vorjahres konnten im Januar und Februar 2020 durch ergiebige Regenfälle die Wasserreserven im Boden wieder etwas aufgefüllt werden. Das sehr warme, sonnige Frühjahr führte zu einem frühen Austrieb. Entsprechend früh setzte die Rebblüte ein. In warmen Lagen und bei frühreifen Rebsorten war dies bereits Ende Mai der Fall. Eine ebenfalls frühe Lese war somit sicher, da sich zwischen Blüte und Traubenreife ein Zeitraum von etwa 100 Tagen erstreckt.

Der sonnige und trockene Spätsommer im September führte dazu, dass viele Rebsorten gleichzeitig die Lesereife erreichten. Aufgrund der Trockenheit blieben die Trauben allerdings eher kleinbeerig. Nach anfänglich kühlen Tagen wurde es heiß, so dass die Lesemannschaften häufig in den frühen Morgenstunden oder gar schon nachts arbeiten mussten, um die Trauben möglichst kühl in den Keller zu bekommen.

Hansjörg Rebholz über die Lage in der Pfalz

„Die idealen Wetterbedingungen über das Jahr haben wieder für einen sehr frühen Lesebeginn in den letzten Augusttagen gesorgt. Die extrem heißen Temperaturen Mitte September bewegten uns eine Woche lang sogar zu einem Lesestart in ganz früher Morgenstunde, um die Trauben nicht zu warm ins Kelterhaus zu bringen und unsere Lesehelfer nicht die ganze Zeit der Sonne und Hitze auszusetzen“, berichtet Hansjörg Rebholz vom Weingut Ökonomierat Rebholz aus Siebeldingen über den Leseverlauf in der Pfalz. „Mit dem Ergebnis der Lese sind wir sehr zufrieden. Nicht nur weil wir außergewöhnlich gesunde und reife Trauben ernten durften, sondern auch weil dies mit unserer starken Lesemannschaft unter den aktuell recht aufwendigen Bedingungen ohne Komplikationen und Infektionen möglich war. Wir erwarten vom Jahrgang 2020 Weine mit einer ganz klaren, sehr ausgeprägten Sorten- und Lagencharakteristik sowie angenehmer Säure“, ergänzt Rebholz.

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