Wein und Gesundheit

In Maßen genießen

Geschrieben von Mundschenk
“Ist Wein gesund? Welche Menge ist noch akzeptabel? …Wann schadet Wein dem Körper“? Als Sportler und Weinblogger wird man ständig mit diesen Fragen konfrontiert. Der Arzt und Alchemist Paracelsus (1493-1541) hat es auf den Punkt gebracht, aber keine Lösung geliefert: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“

Foto: W.R. Wagner / Pixelio.de

Aber was ist nun mal die richtige Dosis bei Wein? Seit Jahrzehnten berichten die Medien in absoluter Regelmäßigkeit über die gesundheitsförderliche Wirkung des (Rot-)Weins. Unklar bleibt jedoch, welche genaue Obergrenze aus gesundheitlicher Sicht eingehalten werden sollte. Ein Blick in medizinische Studien ist auch nicht wirklich hilfreich, weil die Maximalempfehlungen für Alkohol zwischen 70 g pro Tag (spanische Studie) und 20 g pro Tag (deutsche Studie) schwanken.
Da viele verschiedene Faktoren eine gesunde Lebensweise positiv und negativ beeinflussen können, wird es schwierig, den Effekt von Wein auf die Gesundheit zu separieren. Positiv kann sich der mäßige Weinkonsum wie folgt auswirken: Senkung der Blutfette, Vorbeugung von Arterienverkalkung, Reduzierung der Blutgerinnung und Erweiterung der Gefäße zur Senkung des Blutdrucks. Auf der negativen Seite stehen: Gefahr einer Leberzirrhose, höhere Wahrscheinlichkeit von Schlaganfall, Gicht und ganz besonders die Sucht, die Alkohol-Abhängigkeit.
Die wesentlichen Erkenntnisse der Wissenschaft (Studien) sind:

Abstinenz ist nicht gesünder als sehr moderater Konsum

Ein sehr mäßiger Weinkonsum führt in der Summe aller Krankheiten nicht zu schlechteren Ergebnissen, wobei es Krankheiten mit leicht schlechteren und andere mit leicht besseren Ergebnissen gibt.

Unterschiedliche Maximalmengen je nach Krankheit

Die empfohlene Maximalmenge ist vom Krankheitsbild abhängig und liegt beispielweise bei Leberzirrhose niedriger als bei Schlaganfall.

Empfohlene Maximalmenge ist geschlechtsspezifisch

Der Durchschnitt der Studien liegt bei einer täglichen Maximaldosis von 300 bis 400 ml Wein für Männer (30-40 g Alkohol bei 13 Vol-%) und 150 bis 200 ml Wein für Frauen. Zu beachten ist, dass das meist empfohlene Optimum bei circa der Hälfte dieser Menge liegt.

Regelmäßiger geringer Konsum ist besser als Wochenend-Saufen

Die positive Wirkung wird nicht erreicht, wenn die Mengen an einzelnen Tagen in hoher Konzentration zu sich genommen werden. Ein verteilter Konsum mit ein bis zwei weinfreien Tagen in der Woche wird oft als Optimum genannt.

Wein (Alkohol) fördert die Gesundheit nicht

Mäßiger Konsum senkt das relative Risiko für bestimmte Krankheiten, bei anderen erhöht er das Risiko. Weiterhin kann der Konsum über die risikoarme Menge hinaus zu schweren, negativen Folgeerscheinungen führen. Diese latenten Risiken werden oft als bedeutender eingestuft als die positive Wirkung bei moderatem Konsum.

Rotwein ist nicht unbedingt besser als Weißwein

Im Rotwein sind mehr Polyphenole enthalten als im Weißwein, die als Schutz für das Herz-Kreislauf-System dienen sollen. Weitere Studien zeigen jedoch, dass Weißwein ähnliche Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hat. Daher ist der Rotweinkonsum nicht zwangsläufig besser.

Die obigen Erkenntnisse zeigen, dass es keine einfache Antwort auf die Frage „Wie passen Wein und Gesundheit zusammen?“ gibt. Eine genaue und in jedem Fall richtige Empfehlung wird es nicht geben. Wir wissen, dass ein vernünftiger Umgang mit allem – und zwar wirklich allem – wichtig ist. Dazu zählt nicht nur der Wein, sondern auch alle anderen Dinge des Lebens: Arbeit, Essen, Stress, Sport, Nichtstun. Somit bleibt das Fazit: „Genieße das mäßige Weintrinken, lasse es nicht unmäßig werden und übertreibe es nicht.“