Grauburgunder

Noch ein Burgunder

Der Grauburgunder kam aus dem Burgund in die Pfalz und wurde (so zumindest die Legende) 1711 in Speyer durch Johann Ruland entdeckt und dann entsprechend verbreitet. Daher stammt auch das (in Baden früher sehr häufig verwendete) Synonym „Ruländer“. Dieser Name wird jedoch für die gehaltvolle Variante mit geringer Säure und hoher Rest-Süße genutzt (traditioneller Ausbau). Im letzten Jahrhundert meist in Baden verbreitet, wurde er dann als Pinot Grigio (aus Italien), Pinot gris (aus Frankreich) oder Grauburgunder in Deutschland immer beliebter. Er liegt in Deutschland und in der Pfalz mit rund 5% Rebflächenanteil auf Platz 3 bzw. 4 der Weißweine (2010). In Baden hat er immer noch einen Anteil von ca. 11% und rangiert damit vor dem Riesling und Weißburgunder.

Obwohl die Beeren rosafarben und in vollreifem Zustand sogar rot sind, zählt der Grauburgunder zu den weißen Rebsorten. In der modernen Ausbauvariante entsteht ein trockener, mittelkräftiger und leicht säurebetonter Wein (im Vergleich zum Riesling jedoch noch immer wenig von Säure dominiert). Je nach Ausbaustufe ist die Farbe blassgelb bis goldgelb. Das Aroma erinnert meist an Honigmelone, Birne oder reife Ananas. Als mittelkräftiger Wein kann er meist mit ordentlicher Qualität und breiter Akzeptanz punkten, ohne jedoch in die filigranen Spitzenpositionen von Riesling oder Weißburgunder vorstoßen zu können. (Foto: Volker Zintgraf / pixelio.de)

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