Weinbar

Gault & Millau: 100 Punkte für Kirchenstück von Bassermann-Jordan

Seit Dienstag, 28. November, ist auch der Gault & Millau Weinführer 2018 im Handel erhältlich. Nachdem nahezu das komplette Verkoster-Team zum neuen Vinum-Weinguide gewechselt ist, durfte man durchaus auf die neue Ausgabe gespannt sein.

Gault & Millau.
Das neue Team um Chefredakteurin Britta Wiegelmann hat für die Ausgabe 2018 mehr als 11.000 Weine begutachtet und bewertet. 965 von 1034 getesteten Betrieben erscheinen im Buch. „Die deutsche Weinszene erlebt momentan einen einzigartigen Moment. Noch nie haben so viele junge, bestens ausgebildete Winzer die Szene mitgeprägt. Und gleichzeitig sind da unsere Ikonen: jene Garde von Winzern, die sich seit Jahrzehnten und oft ohne großen Lärm für die Pflege der historischen Terroirs einsetzt und mit ihrer Kompetenz und Kontinuität das Gesicht des deutschen Weins im In- und Ausland prägt. Ihnen verdanken wir, wo der deutsche Wein heute steht: auf Weltklasse-Niveau. Dass diese beiden Generationen, mit all ihren unterschiedlichen Ideen und Philosophien, so harmonisch und inspiriert zusammenspielen, ist einmalig“, fasst Britta Wiegelmann ihre Eindrücke zusammen.

Das neue Team hat gleich mal Pflöcke eingerammt:  Erstmals erhielten auch drei trockene Weine die Bestnote von 100 Punkten, darunter auch einer aus der Pfalz: der 2016er Forster Kirchenstück Riesling GG des Deidesheimer Weinguts Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan. „Was in deutschen Weinregionen Jahr für Jahr entsteht, ist Weltklasse“, sagt Britta Wiegelmann. „Überdies waren 2015 und 2016 zwei qualitativ außergewöhnliche Jahrgänge, die außergewöhnliche Weine hervorgebracht haben.“
Bassermann-Jordan steigt fast schon folgerichtig in die 5-Trauben-Kategorie des Weinführers auf, was schlicht und einfach Weltklasse bedeutet. „Die aktuelle Kollektion großer Rieslinge überragt alles bisher Dagewesene. Jeder Lagenwein für sich ist ein Meisterwerk der Natur und ihrer klugen Begleiter im Team um Ulrich Mell. Das 2016er Kirchenstück ist denn auch der erste trockene deutsche Riesling mit 100 Gault&Millau-Punkten“, heißt es dazu im Gault & Millau.

Weitere Betriebe in der 5-Trauben-Kategorie sind die Weingüter Knipser (Laumersheim) und Ökonomierat Rebholz (Siebeldingen). Mit dem 2016 Birkweiler Mandelberg Weißburgunder GG heimste Ökonomierat Rebholz auch die Auszeichnung für den besten deutschen Weißburgunder ein.

4 rote Trauben erhielten: Dr. Bürklin-Wolf (Wachenheim),  Bernhard Koch (Hanfeld, Aufsteiger), Philipp Kuhn (Laumersheim, Aufsteiger), Dr. Wehrheim (Birkweiler).

4 Trauben gab es für: Friedrich Becker   (Schweigen), Christmann (Gimmeldingen), Kranz (Ilbesheim), Müller-Catoir (Haardt), Pfeffingen (Bad Dürkheim), Reichsrat von Buhl (Deidesheim), Rings (Freinsheim) und Von Winning (Deidesheim). (pwb)


Dr. Bürklin-Wolf im Vinum Wineguide: Weltklasse aus Wachenheim

Der jetzt vorgestellte Vinum Weinguide Deutschland 2018 hat das Wachenheimer Spitzenweingut Dr. Bürklin-Wolf mit dem Prädikat „Weltklasse“ geadelt. Zudem lässt das Weingut in den Kategorien der reifen Rieslinge sämtliche Konkurrenten hinter sich.

Bettina von Guradze.
Freut sich über die Auszeichnungen für ihr Weingut: Bettina von Guradze. (Foto: Armin Faber)

Außer dem generellen Prädikat „Weltklasse“, mit dem nur wenige der 1000 bewerteten Weingüter ausgezeichnet werden, siegten auch zwei Rieslinge von Dr. Bürklin-Wolf in ihren Kategorien: Zum einen der Kirchenstück G.C. 2007 als bester zehnjähriger trockener Riesling, zum anderen der Pechstein G.C. 2012 als bester fünfjähriger trockener Riesling. Bereits seit 2005 bewirtschaftet Dr. Bürklin-Wolf seine gesamte Rebfläche von 86 Hektar biologisch-dynamisch.  Geschäftsführer Steffen Brahner: „Wir bemerken jedes Jahr mehr, in welches gute Gleichgewicht die Weinberge kommen, wie mineralisch und strukturiert sich bereits die jungen Weine zeigen und wie großartig diese Gewächse reifen.“

Die Vinum-Auszeichnung „Weltklasse“ für Dr. Bürklin-Wolf insgesamt zeigt die Bedeutung des Wachenheimer Gutes. Vinum schreibt: „Wenn man in der Welt über Riesling spricht, kommt man an Bürklin-Wolf nicht vorbei. Dieses Haus atmet Historie, es ist ein Synonym für großartigen deutschen, trockenen Riesling der ganz großen Schule.“

Inhaberin Bettina Bürklin-von Guradze zeigt sich hocherfreut über die Arbeit ihres Teams: „Insbesondere die Auszeichnungen für die reifen Rieslinge sind eine Anerkennung, die meine Mitarbeiter und mich mehr freut als alles andere. Darauf arbeiten wir jedes Jahr hin. Die Erzeugung großer, trockener Rieslinge mit Reifepotenzial ist für uns das wichtigste und vordringlichste Ziel. Hier bleiben die Herkünfte über Jahre beziehungsweise Jahrzehnte schmeckbar und die Weine sind im Übrigen eine hervorragende Kapitalanlage für unsere Kunden. Die Nachfrage nach diesen Weinen übersteigt schon seit Jahren das Angebot.“ (pwb)


Wertvoller Wegweiser

Mehr als 350 Empfehlungen auf rund 200 Seiten: Wer wissen möchte, wo es sich lohnt zwischen Bergstraße und Weinstraße essen (und trinken) zu gehen, der ist mit der 2018er Ausgabe des Gastro-Guides „espresso“ gut bedient. Sie liegt seit Montag, 13. November, am Kiosk aus, kann aber auch online bestellt werden.

Die Restaurants, Weinstuben oder Cafés sind in 14 Rubriken eingeteilt, die von Gourmet-Restaurants, über Finest Fast Food, internationale Küche bis hin zu Bars reichen. Mit großem Interesse habe ich mir natürlich die Kategorie „Weinreich“ angesehen, in der viele bekannte, aber auch einige neue Adressen versammelt sind wie beispielsweise die „JK Winelounge“ des Ruppertsberger Weinguts Koehr. Mit den meisten Punkten beziehungsweise Tassen in dieser Rubrik haben die Tester das „Halbstück“ in Bissersheim bedacht (14 von 15 Tassen). Die Knipsers haben hier wirklich ein Kleinod geschaffen, in dem sich die tollen Weine zu feinen Gerichten genießen lassen.

Gefreut hat uns, dass auch unsere „Stammlokale“ wie das Turmstübl in Deidesheim oder der Gutsausschank Spindler erwähnt sind, wenn auch in etwas kleineren Texten. Dort findet sich auch das WEINreich in Freinsheim, das wir schon länger mal besuchen wollen. Mehr als 90 Lokale hat die 35-köpfige Redaktion neu oder wieder entdeckt. Denn die Gastroszene ist immer in Bewegung. Unter den Neuentdeckungen ist die freitags und sonntags geöffnete Vinothek Tobias Mussler in Bissersheim. Ein Besuch dort steht jetzt ebenfalls auf unserer Liste. Schon beim Durchblättern wird dem Leser klar, dass er eigentlich zu wenig Zeit hat, um die extrem spannende und vielfältige Gastro-Szene in der Rhein-Neckar-Region komplett zu erkunden. Da sind die Tipps der Redaktion ein wertvoller Wegweiser.

Jede Rubrik startet mit einem größeren Text über ein Thema, das zur jeweiligen Kategorie passt. So erfährt der Leser etwa, was es mit den Sternen in der Gourmet-Küche auf sich hat, was das Besondere an Sous vide ist oder was sich hinter Pulled Pork verbirgt. Außerdem erlauben 14 Genussexperten aus der Region, darunter die Macher der Heldenpause-Limonade und der Kopf vom Coffee Consulate, einer Mannheimer Baristaschule, einen Blick hinter die Kulissen.

Einen Einblick in die Rubriken, eine Bestellmöglichkeit und weitere Informationen gibt es nun im Internet unter www.espresso-gastroguide.de. Außerdem ist der espresso ab Montag, 13. November, für 11,90 Euro überall erhältlich, wo es Bücher und Zeitschriften gibt. In den RHEINPFALZ-Geschäftsstellen sowie unter www.rheinpfalz.de/espresso erhalten Inhaber der RHEINPFALZ-CARD exklusiv 2 Euro Rabatt.


Weinjahrgang 2017: Große Qualität, kleine Menge

Weinlese 2017.
Die Weinlese war 2017 mancherorts früher zu Ende als je zuvor. (Foto: Weingut Robert Weil / VDP)

„2017 war ein Jahr, das wieder unser in vielen Jahrzehnten erworbenes Wissen gefordert hat. Zuerst zu trocken und dann mancherorts zu nass, galt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch letztlich liegen ausgezeichnete Jungweine in unseren Kellern mit feiner Säure und guter Struktur, die sich bestens in die letzten Jahrgänge einfügen und uns viel Freude bereiten werden.“ So wird Steffen Christmann, Präsident des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), in einer VDP-Mitteilung zitiert, in der es um den Weinjahrgang 2017 geht. Jetzt, wo alles im Keller gärt, ziehen die Flaggschiffe des Deutschen Weinbaus eine Bilanz der Lese und wagen eine Prognose, wie der Weinjahrgang 2017 aussehen wird.

Wetter und Vegetation

Nach einem von Trockenheit geprägten Winter konnte auf Grund der milden Temperaturen über die gesamte Vegetationszeit ein deutlicher Entwicklungsvorsprung der Reben verzeichnet werden. Die ersten Triebspitzen begannen sich bereits in der ersten Aprilhälfte zu öffnen, etwa drei bis vier Wochen früher, als dies normalerweise der Fall ist. Dieser frühe Austrieb stellt aber auch immer eine Gefahr für die Reben dar. So kam es durch regionale Kälteeinbrüche und Spätfröste – auch bei uns in der Pfalz – Ende April zum Teil zu beträchtlichen Erfrierungen an den jungen Trieben. Im Juni und Juli hatte die anhaltend trockene Witterung der ersten Jahreshälfte ein Ende und es kam in manchen Regionen zu erheblichen Niederschlägen; positiv daran: die tiefliegenden Wasserspeicher in den Weinbergen wurden aufgefüllt. Der Spätsommer brachte den meisten Regionen trockenes, warmes Wetter und damit ideale Bedingungen zur Ausreifung gesunder, reifer Trauben. Die Freude über den guten Zustand der Reben wurde allerdings zum Teil durch heftige lokale Unwetter mit Hagel und Starkregen getrübt und führte in einigen Regionen zu schweren Schäden und Ernteeinbußen.
Ab Erntebeginn Ende August – so früh wie noch nie – begünstigten kühle Nächte und milde Tage einen entschleunigten Reifeprozess und eine optimale Aromenentwicklung, so dass Trauben mit mustergültiger Balance aus Mostgewicht und Säure geerntet werden konnten.

Stimmen aus der Pfalz zum Jahrgang 2017:

„Die goldgelben Trauben aus den VDP.Grossen Lagen bieten auch in diesem Jahr das Potenzial, sich zu herausragenden Weinen zu entwickeln. Wir freuen uns auf den spannenden Weg dorthin.“ Johann Fitz – Weingut Fitz Ritter (Bad Dürkheim)

„Nach einem milden Winter und leichteren Spätfrostschäden zeichnete sich bereits zur Blütezeit ein früher Erntebeginn ab. Durch den geringeren Behang und abwechselnd warmes und feuchtes Wetter im August wurde der Vegetationsvorsprung noch verstärkt. Am 4. September – und somit so früh wie nie zuvor- haben wir mit der Ernte begonnen und direkt in der ersten Woche 20 Prozent des Jahrgangs eingebracht. Das Erntetempo blieb – auch aufgrund eines Starkregenereignisses am 14./15. September – und ließ uns die Lese 2017 bereits am 28. September beenden. Die Qualität der Trauben ist aufgrund der geringeren Erträge und der frühen Reife hervorragend, die jeweilige Sortenaromatik sehr gut ausgeprägt. Die Säurewerte waren anfangs noch überdurchschnittlich, spätestens in der zweiten Erntewoche aber moderat. Die Erntemengen sind bescheiden, beim Riesling macht das im Vergleich zum Vorjahr minus 40 Prozent aus.“ Jan Eymael, VDP. Weingut Pfeffingen (Bad Dürkheim)

Stimmen aus der Nachbarschaft

Baden: „Die Spätfröste haben auch beim VDP.Baden zu einer frühen Reduzierung der Triebe über das gesamte Weinbaugebiet geführt. Eine ausgewogen warme und regenreiche Periode über die gesamte Vegetation hinweg führte zu einer sehr guten Entwicklung der Trauben. Die allgemein geringe Ertragssituation resultierte in einer früheren physiologischen und aromatischen Ausreifung der Trauben, weshalb mancherorts bereits Mitte August mit der Traubenernte begonnen wurde. Die folgende, anhaltend kühle Witterung mit zahlreichen Sonnenstunden und wenig Niederschlägen trieb die Reifung voran und begünstigte eine zügige Ernte von gesunden Trauben, die teilweise bereits Anfang Oktober beendet werden konnte. Die 14-tägige Warmwetterlage im Oktober mit annähernd sommerlichen Temperaturen um 25 Grad begünstigte eine Eintrocknung der Beeren und es gelang mancherorts fruchtsüße Auslesen bis hin zur Trockenbeerenauslese einzukellern. Im Schnitt der letzten Jahre wurden je nach Weinbaubereich 20 bis 35 Prozent weniger Trauben geerntet. Die Jungweine zeigen sich nach der Gärung animierend mit komplexer Struktur und ruhen nun überwiegend bis Ende Frühjahr 2018 auf der Hefe im Fass.“ Joachim Heger, VDP.Weingut Dr. Heger (Ihringen)
Nahe: „Insbesondere die Riesling-Trauben wurden größtenteils gesund und mit reifer Aromatik gelesen. Bei den Burgundern war etwas mehr Selektion von Nöten, die aber ebenfalls zu guten bis sehr guten Ergebnissen führte. Die Most-Säurewerte waren im idealen Bereich und auch die Mostgewichte ordentlich. Teilweise wurden Beeren- und Trockenbeerenauslesen geerntet. Der Gesamtertrag ist im Schnitt wohl circa 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel, in den vom Spätfrost betroffenen Lagen lag die Ernte häufig mehr als 50Prozent unter Normal.“ Frank Schönleber, VDP.Weingut Emrich-Schönleber (Monzingen)
Rheinhessen: „Der sehr frühe Austrieb der Reben im April und die schönen Sommermonate ließen die Trauben im Eiltempo heranreifen. So haben wir in den letzten vier Erntewochen mit viel handwerklichem Einsatz und einer sehr motivierten Lesemannschaft ohne einen Tag zu pausieren alle unsere Weinberge geerntet. Die Qualität, im Besonderen beim Riesling, ist wirklich sehr vielversprechend, einziger Wermutstropfen: es ist auch eine der kleinsten Ernten in unserer jüngeren Geschichte. Die Mengen liegen circa 40 Prozent unter Vorjahr.“ Philipp Wittmann, VDP.Weingut Wittmann (Westhofen)


Tradition wiederbelebt: Jahrgang 2017 hat einen Namen

Die Pfalzweinwerbung hatte zur Namensfindung aufgerufen – und fast 200 kreative Vorschläge für den Taufnamen des neuen Pfälzer Weinjahr­gangs waren zurückgekommen. Aus denen wählten die frischgekürten Weinhoheiten der Pfalz den Gewinnernamen aus: Der Weinjahrgang 2017 heißt »Frosttrotzer« und erinnert damit an die glimpflich verlaufenen Folgen der Spätfrostschäden vom April 2017. Das teilte die Pfalzweinwerbung mit.
Zur Geschichte der Aktion: Viele Jahrzehnte lang hat die Stadt Neustadt an der Weinstraße den Namen des neuen Pfälzer Weinjahrgangs bestimmt, von 1997 bis 2011 übernahm eine Jury in Landau diese Aufgabe. Da ab 2012 keine Namen mehr gesucht wurden, hat die Pfälzer Gebietswein­werbung Pfalzwein e. V. diese Tradition jetzt wiederbelebt. Die Tradition, Weinjahrgänge zu benennen, ist fast 90 Jahre alt. Den ersten »sprechenden Namen« bekam der Jahrgang 1929 – zu Ehren des gleichnamigen Luftschiffs, das kurz vor Erntebeginn zu einer Weltumrundung aufgebrochen war, wurde er auf den Namen „Graf Zeppelin“ getauft. Oft verraten die Namen etwas über große Ereignisse oder die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Währungsreformen (1948 „D-Mark-Hupser“, 2001 „Eurotiker“) sind da genauso prägend wie die politische Großlage (1931 „Krisling“, 1962 „Mauerbrecher“, 1989 „Gorbischoppen“).  Bekanntlich spielen aber Wetter und Wachstum beim Wein eine entscheidende Rolle, was sich besonders häufig im Namen widerspiegelt – sowohl positiv (1987 „Septembersonne“, 1994 „Jahrhundert­sommer“) als auch negativ (1954 „Sonnenlechzer“, 1978 „Regentrotzer“). Und die reine Freude am Wein drücken zahlreiche Spaß-Namen aus: „Freudenspender« (1963), „Sorgenbrecher“ (1975) oder sogar „Zungenkuss“ (1980) sind Beispiele für diese Kategorie. (pwb)
Weitere Informationen und eine Liste einer Namen gibt es auf dieser Seite der Pfalzweinwerbung

Neue Gesichter an der Pfalzwein-Spitze

Deutscher Weinbaupräsident: Klaus Schneider
Klaus Schneider. (Foto: Pfalzwein)

Klaus Schneider aus Dirmstein ist neuer Vorsitzender der Gebietsweinwerbung Pfalzwein e. V.. Schneider, seit Kurzem auch Deutscher Weinbaupräsident, wurde in einer Vorstandssitzung einstimmig für drei Jahre gewählt. Ebenfalls einstimmig wurde Boris Kranz aus Ilbesheim zum Stellvertreter bestimmt. Schneider und Kranz lösen damit die bisherigen Vorsitzenden Edwin Schrank (1. Vorsitzender)  und die südpfälzische Landrätin Theresia Riedmaier (2. Vorsitzende) ab. Schrank und Riedmeier hatten – im Wechsel als 1. oder 2. Vorsitzende – die Geschicke der Pfälzer Weinwerbeorganisation seit 1999 gemeinsam gelenkt. Pfalzwein organisiert mit dem Slogan »Zum Wohl. Die Pfalz.« die Werbemaßnahmen für das Anbaugebiet Pfalz. (pwb)


The next generation Pfalz

Rühren für den Pfälzer Wein die Werbetrommel: die Generation Pfalz 2017/2018. (Foto: Pfalzwein)
Vertreter des Pfälzer Weins: die Generation Pfalz 2017/2018. (Foto: Pfalzwein)
Die 20 jungen Vorzeigebetriebe, die 2017/2018 die Pfalz und ihre Weine auf vielen Veranstaltungen der Weinwerbung außerhalb der Region repräsentieren werden, stehen fest. Eine sechsköpfige Jury unter dem Vorsitz von Sommelier Peer F. Holm verkostete mehr als 200 Weine, wobei jeder Betrieb bei der Bewerbung fünf Wein angestellt hatte. Der Querschnitt aller Wertungen bildete die Grundlage dafür, welche Betriebe sich zur „Generation Pfalz 2017/2018“ zusammenfinden.
Peer F. Holm lobte die durchgängig herausragende Qualität der Weine: „Die Winzer und Winzerinnen haben es uns wirklich schwer gemacht. Ich freue mich besonders, dass neben vielen bekannten Gesichtern auch acht neue Betriebe bei der diesjährigen Auswahl dabei sind“, lobte der Weinfachmann. Mit der Aktion will Pfalzwein mit Unterstützung von Deutscher Weinstraße/Mittelhaardt und Südlicher Weinstraße ein Projekt für alle Pfälzer Winzer schaffen. „Wir möchten die dynamische Entwicklung der Pfalz hervorheben und für das gesamte Weinbaugebiet und die geschützte Ursprungsbezeichnung Pfalz bundesweit werben“, erklärte Edwin Schrank, der Vorsitzende der Pfalzwein-Werbung, die Intention des Projekts. „Dabei helfen uns die jungen, kreativen Köpfe aus der Branche, die für die Zukunft des Pfälzer Weins stehen.“
Der Wettbewerb wurde 2017 zum dritten Mal ausgeschrieben. Mehr als 40 Pfälzer Weingüter und Winzergenossenschaften hatten sich um die Aufnahme in die „Generation Pfalz“ beworben. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Website der Pfalzwein-Werbung.  (pwb)

Das ist die Generation Pfalz 2017/2018:

Mathias Wolf, Weingut Wolf (Birkweiler);
Michael und Thomas Andres, Weingut Andres (Deidesheim);
Moritz Schneider, Jesuitenhof (Dirmstein);
Christian Bourdy, Weingut Bourdy (Edesheim);
Martin Lucas, Margaretenhof (Forst);
Philipp Lucas, Lucashof (Forst);
Nico Meyer, Stiftsweingut Meyer (Gleiszellen-Gleishorbach);
Dorothee und Karoline Gaul, Weingut Karl-Heinz Gaul (Grünstadt-Sausenheim);
Peter Klein, Weingut Klein (Hainfeld);
Dominik Becker, Weingut Karlheinz Becker (Heuchelheim-Klingen);
Thomas Zeter, Weingut Leonhard Zeter (Neustadt-Diedesfeld);
Christian Nett, Weingut Bergdolt-Reif & Nett (Neustadt-Duttweiler);
Gabriel und Simon Scheuermann, Weingut Scheuermann (Niederkirchen);
Jonas und Philipp Seckinger, Weingut Seckinger (Niederkirchen);
Lukas Reinhardt, Weingut Stefan Reinhardt (Niederkirchen);
Stefan Meyer, Weingut Stefan Meyer (Rhodt);
Andreas Grimm, Weingut Grimm (Schweigen-Rechtenbach);
Johannes Jülg, Weingut Jülg (Schweigen-Rechtenbach);
Georg Meier, Weingut Meier in Weyher;
Jürgen und Peter Graf, Weingut Graf von Weyher.

Junge Südpfalz: Christian Hartmann Gesamtsieger

Scheurebe von Christian Hartmann.
Bei den Bukettsorten ganz vorne: die Scheurebe von Christian Hartmann.

Christian Hartmann vom Weingut Hartmann aus Kirrweiler hat den Jungwinzer-Wettbewerb der „Jungen Südpfalz“ 2017 gewonnen. Er überzeugte die Jury, in der unter anderem Sommelière Natalie Lumpp saß, beispielsweise mit einer trocken ausgebauten Scheurebe. Diese belegte bei den Bukett-Sorten den Spitzenplatz. Überraschend – und für das Team des Pfälzer Weinblog erfreulich – hohe Bewertungen erhielt Hartmann auch für seinen Liter-Riesling, der bei uns bei der Präsentation der Siegerweine am Montagabend nachhaltig Eindruck hinterlassen hat.

In der „Königsdisziplin“ Riesling holte sich Jürgen Graf vom Weingut Graf von Weyher die Krone mit seinem ebenfalls tollen, vom Terroir geprägten Riesling „Kalkmergel“. In der Gesamtwertung landete Jürgen Graf auf dem zweiten Platz. Dritter im Gesamtklassement wurde Michael Kern vom Weingut Kern aus Böchingen. Michael Kern wusste vor allem mit seinem Weiß- und Grauburgunder zu gefallen, die in der jeweiligen Rubrik auf den zweiten Platz kamen. Den besten Weißburgunder hatte in den Augen der Jury Mathias Wolf vom Weingut Wolf aus Birkweiler aus der Vorzeigelage Kastanienbusch abgeliefert. „Die beste Zeit dieses Weins dürfte noch kommen“, mutmaßte Jury-Mitglied Paul Truszkowski.

Das dürfte für viele Wein gelten, die an diesem Abend präsentiert wurden und aus dem Jahrgang 2016 stammen – auch für den Chardonnay des Weinguts Dominik Becker aus Heuchelheim-Klingen, der bei den Chardonnays ganz vorne lag. Sehr gut gefallen hat mir auch der Grauburgunder von Marius Meyer vom Rhodter Weingut Meyer, der sich durch eine Fülle an Aromen und schöne Schmelzigkeit auszeichnet (Platz eins bei den Grauburgundern).
Fazit: Der Leitspruch „Die junge Südpfalz – da wächst was nach“ hat sich auch in diesem Jahr wieder bewahrheitet. Die Qualitätsdichte der angestellten Weine war sehr hoch und es gibt Jahr für Jahr viel zu entdecken in der Südpfalz, was nicht zuletzt der diesjährige Gesamtsieger zeigt – denn Christian Hartmann hatten bislang wohl kaum jemand auf der Rechnung. Was sich mit seinem Gesamtsieg bei der Jungen Südpfalz geändert haben dürfte… (pwb)

Weitere Einzel-Sieger: Christian Brendel, Oberhofen (Silvaner); Andreas Meyer, Heuchelheim-Klingen (Spätburgunder); Stefan Meyer, Rhodt, (Syrah in der Kategorie andere Rotweine).

2 comments:

Es ist immer wieder schön, Nachrichten zu unserer Region zu lesen!
Besonders gut gefallen hat mir der Beitrag zu den Weinnamen, und dass wir wieder einen für den aktuellen Jahrgang bekommen(den Frosttrotzer).
Ich gestehe – Namen wie der Sorgenbrecher bringen schon ein Schmunzeln, und man muss nicht erst ein Schelm sein, damit man sich bei Freudenspender und Zungenkuss ein passendes Wein-Szenario hinzudenken mag. 😉
Vielen Dank für diese bunt-lustige Mischung aus Nachrichten aus der Region und Unterhaltung!

Danke euch für den tollen Beitrag!!!
Pfalzwein ist eines der besten Weine, die ich getrunken habe. Mir hatt eine bekannte eine Flasche vor einiger Zeit geschenkt. Ich habe das Wein bis zum letzten Schlückchen genossen.
Danke an euch alle. Macht weiter so

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert