Weinbar

Traubenernte 2016: Zwischen Bangen und Begeisterung

IMG_1404
Mit der Qualität der Trauben des Jahrgangs 2016 sind die Winzer sehr zufrieden.

Qualität entsteht im Weinberg. Daher war 2016 vor allem wegen des sehr feuchten Frühjahrs und Frühsommers eine Herausforderung für die Weinmacher. Die Witterung bot einen idealen Nährboden für den falschen Mehltau (Peronospora), der zu mitunter großen Ertragseinbußen geführt hat. Die Qualität der Trauben wurde aber nicht in Mitleidenschaft gezogen. „Der großartige Spätsommer hat das Blatt gewendet. Das nasskalte Frühjahr und die erste Frühsommerhälfte hat uns VDP.Winzer wirklich gefordert. Nun sind wir versöhnt und haben Moste in den Kellern, die zu allen Hoffnungen Anlass geben.“ Mit diesen Worten wird Steffen Christmann, Präsident des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), in einer Pressemitteilung des Verbands zitiert. Wir haben einfach mal ein paar Stimmen von Winzern aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten zusammengestellt, die entweder aus Kundenbriefen oder der VDP-Mitteilung stammen.

Pfalz – Geduld wurde belohnt mit exzellenter Traubenqualität

„Es ist ein ganz außergewöhnlicher Jahrgang: denn wir haben bei der Lese mehr pausiert als geerntet! Der Grund war aber nicht, wie man schnell vermuten könnte, schlechtes Wetter, sondern die traumhafte Traubenqualität. Deshalb konnten wir mit unserer Erntemannschaft an manchen Tagen bis zu 2 Hektar ernten. Durch diese großen Fortschritte bei der Ernte mussten wir immer wieder pausieren um wieder die optimale Reife abzuwarten.“ Hansjörg Rebholz, VDP.Weingut Ökonomierat Rebholz (Siebeldingen)

Die Erntemenge ist deutlich geringer als üblich, der „falsche Mehltau“ hat einige Trauben vernichtet. Das schöne und ideale Wetter von August bis Mitte Oktober führte zu einem nahezu optimalen Reifeverlauf der Trauben. Es war lange sommerlich, sehr sonnig, warm und eben auch trocken. So konnten wir gesunde, aromatische Trauben mit sehr guten Öchslewerten ernten.
Weingut Steffen Zelt, Laumersheim/Pfalz

Rheinhessen – Klassischer Jahrgang mit eher niedrigen Alkoholgehalten

„Wir können uns auf einen klassischen Jahrgang 2016 freuen. Besonders die Rieslinge präsentieren sich bemerkenswert klar. Die 2016er Weine werden im Alkohol etwas niedriger ausfallen, aber dennoch auch Geschmacksdichte haben. Die trockene, sonnige Witterung und stets kalten Nächte bei der Reife werden in den Jungweinen tolle Ausprägungen zeigen.“
Philipp Wittmann, VDP.Weingut Wittmann (Westhofen)

Mosel – Ein Jahr der großen Herausforderungen mit geringen Erträgen

„Das Jahr der großen Herausforderungen! Frost, lange Regenphase, Hagel, Peronospora, Trockenperiode, Wildschweine und jetzt noch viele Vögel! Das Jahr hat uns vor Nichts verschont. Aber am Ende wird alles gut. Die ersten Rieslingmoste wurden mit 85° – 90° Oechsle und 8 – 9 g/l Säure geerntet: fruchtig, leicht, harmonisch – sie machen aber viel Arbeit bei der Selektion. Es ist der Klassiker: Wenn´s wenig gibt – gibt´s noch weniger!“ VDP.Weingut Reichsgraf von Kesselstatt (Morscheid)

Ahr – Einer der besten Spätburgunderjahrgänge der letzten 20 Jahre

„Der Jahrgang 2016 wird sicher zu den Besten der vergangenen 20 Jahre zählen. Kerngesunde und farbintensive Früh- und Spätburgunder durften wir in den vergangenen Wochen ernten. Trotz kritischer Momente im nassen Sommer hat uns das schöne August- und Septemberwetter einen sehr guten Rotweinjahrgang im Ahrtal beschert.“ Ludwig Kreuzberg, VDP.Weingut Kreuzberg (Dernau)

Baden – Mostgewichte allerorts im idealen Bereich

„Die Erträge liegen bei den Spitzengewächsen aus VDP.Grosser Lage und VDP.Erster Lage im Schnitt der letzten Jahre, die Mostgewichte sind allerorts im idealen Bereich. In den Weinbauregionen, wo Spätfröste auftraten, sind die Erntemengen vor allem bei den VDP.Gutsweinen und VDP.Ortsweinen leider etwas niedriger ausgefallen. Die Jungweine zeigen sich sehr fruchtbetont mit einer animierenden Frische und einer komplexen Struktur. Im Großen und Ganzen wurden die Winzer für ihre überdurchschnittlich intensive Arbeit im Weinberg über das ganze Jahr mit einem entspannten Ernteverlauf und einem herausragenden Weinjahrgang belohnt.“ Joachim Heger, VDP.Weingut Dr. Heger (Ihringen)

Rheingau – Alles irgendwie in der Balance

„Selten habe ich so vor einer Ernte gezittert wie in diesem Jahr. Eigentlich noch nie, ehrlich gesagt. Schuld waren das Wetter, der Regen und der falsche Mehltau. Wie sehr die Theorie oftmals von der Praxis entfernt ist, zeigt 2016 beeindruckend. Meine Angst war unbegründet. Wir haben zwar sehr wenig Pinot Noir geerntet, leider. Beim Riesling hingegen sieht es bisher gar nicht so schlimm aus, wie befürchtet. Alles ist irgendwie in der Balance – und das ist gut so. Die Moste schmecken prima. Die Säuren sind ziemlich niedrig. Das Ganze könnte also ein konsumentenfreundliches Riesling-Jahr geben.“ Dirk Würtz, VDP.Weingut Balthasar Ress (Hattenheim)

Nahe – Hoffen auf großartige Kabinette und feine Spätlesen

„Das Jahr 2016 ist an der Nahe ein Jahr der Wetterextreme. Ein milder Winter, Spätfrost Ende April, heftige Niederschläge mit Überschwemmungen Ende Mai, Trockenheit im August und vereinzelte Hagel-Ereignisse sorgten für unruhige Nächte. Glücklicherweise wendete sich das Blatt Anfang September zum Guten. Der sonnige September sorgte bei trockenem Wetter für eine gleichmäßige Reife der Trauben und beste Traubengesundheit. Die Wetter-Extreme hatten glücklicherweise nur zu Mengenverlusten geführt, während die qualitativen Voraussetzungen zu Beginn der Lese, um den 10. Oktober, bestens waren. Die relativ späte Lese bei kühlen Temperaturen tat ihr Übriges dazu, dass 2016 an der Nahe mit sehr feinen, eleganten Weinen zu rechnen ist. Bis zum 19. Oktober war die Weinlese sehr entspannt und häufig vom Abwarten geprägt. Die folgende regnerische Woche veranlasste häufig zu Lesepausen, nur um danach bei blauem Himmel und nun bester Aromareife mit Hochdruck weiter zu ernten. Das Gros der Lagenweine wurde Ende Oktober bis Anfang November geerntet. Um den 4. November wurde von den meisten Betrieben die Weinlese erfolgreich beendet. 2016 ist ein Jahr, das großartige Kabinette und feine Spätlesen erwarten lässt, ebenso wie sehr elegante trockene Gewächse. Die Erträge der VDP.Betriebe an der Nahe liegen alles in allem wahrscheinlich 10-20% unter dem Durchschnitt.“ (pwb) Frank Schönleber, VDP.Weingut Emrich-Schönleber (Monzingen)

Württemberg – Sehr ausgedehnte Ernte mit sehr guten Ergebnissen

„Die Weinlese 2016 in Württemberg hat qualitativ und quantitativ sehr gute Ergebnisse gebracht. Eine sehr ausgedehnte Ernte, die zumeist in der zweiten Septemberhälfte begonnen und nicht selten 6 bis 7 Wochen gedauert hat, wird uns in Erinnerung bleiben. Jeder Weinberg und jede Rebsorte konnte zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden. Das Wetter zur Reifezeit mit heißen Tagen und kühlen Nächten hat die Fruchtigkeit und den Charakter der Weine geprägt. Man darf auf den Jahrgang 2016 gespannt sein.“ Markus Drautz, VDP.Weingut Drautz-Able (Heilbronn)

Franken – Trotz Frost, Hagel und Dauerregen erstklassige Qualitäten

„Die witterungsbedingten Beeinträchtigungen waren dieses Jahr sehr vielseitig. Örtlich war im Frühjahr Frost angesagt, nach dem Austrieb im Raum Ochsenfurt-Würzburg setzte ein starker Hagelschlag die Reb-Entwicklung wieder auf Null. Bei den langanhaltenden sommerlichen Niederschlägen war in den Flusstälern des Maines starker Pilzdruck zu verzeichnen. Wenn man jedoch 2016 auf die speziellen Begebenheiten vor Ort mit Rebbau und Pflanzenschutz angemessen einging, konnten durchaus gute Qualitäten in ausreichender Menge erzeugt werden. Eine mehrmals gestaffelte Handlese bei den Spätsorten Silvaner und Riesling war geboten, so dass bis Mitte Oktober nicht nur die ganze Bandbreite von leichten, süffigen Guts- und Ortsweinen sowie gehaltvollen, reifen VDP.Ersten Lagen, sondern auch erstklassige Anwärter für das Grosse Gewächs und edelsüße Spezialitäten geerntet werden konnten.“ Johann Ruck, VDP.Weingut Johann Ruck (Iphofen) 

Mittelrhein – Niedrige Erträge bringen eine besondere Aromatik hervor

„Der Jahrgang 2016 ist geprägt von relativ geringen Erträgen. Im Durchschnitt haben die VDP.Winzer des Mittelrheins nur 30-40 hl pro Hektar geerntet. Mit dem, was wir geerntet haben, sind wir aber mehr als zufrieden. So konnten wir gesunde, goldgelbe Trauben lesen, und die Moste präsentieren sich mit einer schönen Aromatik und einer wunderbar eingebundenen Säure. “ Jochen Ratzenberger, VDP.Weingut Ratzenberger (Bacharach)

Sachsen /Saale-Unstrut – Freude über ideales Rotwein-Jahr

„Dank des sonnigen Septembers haben vor allem die Burgundersorten wie Grau- und Weißburgunder, Chardonnay sowie Spätburgunder profitiert. Insbesondere Rotweinfans dürfen sich auf hochwertige Tropfen freuen. Für Rotwein war es ein ideales Jahr, es ist alles sehr schön ausgereift und die Weine zeigen eine schön ausgeprägte, reife Frucht.“ (pwb) Dr. Georg Prinz zur Lippe, VDP.Weingut Proschwitz (Meißen)


 

„All4One“ – Erlös der Aktion übergeben

SONY DSC

Es war eine mehr als bemerkenswerte Aktion der Nachwuchswinzer von der „jungen Südpfalz“: Jana Schmitt, ebenfalls ein Talent der Gruppe, verlor im vergangenen Jahr durch einen Brand im Flaschenlager des Weinguts ihrer Familie in Ilbesheim den Großteil ihres Flaschenbestands. Zudem wurde durch das Feuer ein angrenzendes Wohnhaus beschädigt.  Daraufhin entschlossen sich die Talente der „jungen Südpfalz“ spontan, die Familie zu unterstützen – mit dem was sie besonders gut können: Wein. Also brachten sie den Sauvignon Blanc „All4One“ (Jahrgang 2014) auf den Markt, den sie auf Veranstaltungen und gemeinsamen Events verkauften. Der Erlös kommt den Geschädigten des Feuers zugute. Stellvertretend für diese erhielt Jana Schmitt (Bildmitte) am Mittwoch im Kreishaus in Landau nun den Erlös der Aktion aus den Händen von Landrätin Theresia Riedmüller und Bernd Wichmann, Geschäftsführer des Vereins Südliche Weinstrasse. (pwb/foto: Südliche Weinstrasse e.V.)


29. Weintage SÜW: Veranstalter ziehen positive Bilanz

Fachbesucher

Der Verein Südliche Weinstrasse zieht eine positive Bilanz der 29. Weintage der Südlichen Weinstrasse: 2500 Besucher verkosteten im Alten Kaufhaus und Frank-Loebschen-Haus die neuen Weinkollektionen von 94 Weinmachern. Besonders neue Kreationen und das Geburtstagskind, die Scheurebe, in trockener Ausbauvariante oder auch als Secco kamen laut dem Veranstalter gut an.  „Mit kleinen Korrekturen an den Stellschrauben haben wir auch dieses Jahr wieder eine sehr gute Statistik der Besucher und der Aussteller zu verzeichnen. Dank unseren Sponsoren konnten wir auch dieses Jahr wieder Highlights setzten, die die Gäste und Fachbesucher erreicht haben.  Natürlich ist mit diesem Event auch ein großer Aufwand verbunden, der sich jedoch seit 29 Jahren bezahlt macht. Auch die Kinderbetreuung, die wir dieses Jahr erstmals mit dem Haus der Familie angeboten hatten, fand Zuspruch“, resümierte der Geschäftsführer des Vereins Südliche Weinstrasse, Bernd Wichmann. (pwb/foto: südliche weinstrasse e.v.)


Ausgezeichnete Jungwinzer aus der Südpfalz

suedpfalz
Siegerbild mit Landrätin: Gesamtsieger des diesjährigen Talentwettbewerbs wurde Jürgen Graf (Zweiter von links). foto: südliche weinstrasse e.v.

Jürgen Graf aus Weyher wurde Gesamtsieger des Jungwinzerwettbewerbs der Südlichen Weinstraße. Zwei Tatsachen fielen der Jury besonders auf, wie es in einer Mitteilung der Südlichen Weinstrasse e.V. heißt. Erstens zeige sich eine beachtliche Stärke von Erzeugern aus der sogenannten „Ebene“. Im Vorjahr waren bereits der erste und der dritte Platz an Winzer aus Mörlheim und Hochstadt gegangen. In diesem Jahr erreichten Jungwinzer aus Kleinfischlingen und Kirrweiler gute Platzierungen. Hier bieten die etwas kräftigeren Böden offensichtlich ein ausgezeichnetes Potenzial, insbesondere für Burgundersorten. Die zweite Beobachtung beweise die große Qualitätsdynamik der Südlichen Weinstraße: in jedem Jahr erreichen neue Erzeuger die Endrunde, teilweise aus Betrieben, die selbst der Fachwelt vorher nur wenig bekannt waren. Jurymitglied Prof. Ulrich Fischer (DLR Neustadt) zeigte sich sehr zufrieden: „Da wächst wirklich einiges nach und macht den etablierten Betrieben Dampf.“ Theresia Riedmaier sprach von der „Talentschmiede Südliche Weinstraße“.

Vor allem Weißburgunder, Chardonnay, Riesling und Silvaner gehörten laut der Mitteilung in diesem Jahr zu den Lieblingen der Jury. Bei diesen sehr typischen, klassischen Südpfälzer Sorten gab es nach Auskunft der Jury eine ganze Reihe hervorragender Weine, die durchaus auch mehrere Jahre in der Flaschen reifen können.

Gesamtsieger Jürgen Graf erreichte nicht nur die beste Durchschnittsnote für seine fünf Weine, sondern gewann außerdem noch bei Silvaner und Riesling die Rebsortenwertung. In der Königsklasse Riesling gelang ihm sogar das Kunststück, mit seinen Weinen „Granit“ und „Kalkmergel“ sowohl den ersten wie den zweiten Platz unter 28 Endrunden-Rieslingen zu belegen.

Aus dem Kastanienbusch stammt der Siegerwein von Mathias Wolf (Birkweiler) in der Gruppe Weißburgunder. Den besten Grauburgunder stellte Christian Brendel aus Pleisweiler-Oberhofen. Mit der höchsten Tageswertung aller 100 Weine und 91,1 Punkten setzte sich Philipp Müller aus Kleinfischlingen (GutvonBeiden) bei den Chardonnays mit deutlichem Abstand gegen die Konkurrenz durch. Nicht ganz überraschend gewann in der Gruppe „andere Weißweine“ eine Scheurebe von Ben Rothmeier (LD-Mörlheim) gegen eine ganze Phalanx von Sauvignon Blanc-Weinen. Den gleichen Sieger Rothmeier gab es auch bei den Rotweinen. Hier beeindruckte er die Jury mit einem pfeffrig-dichten 2014er Syrah. Alle Weißwein-Sieger stammen aus dem Jahrgang 2015.

Eine Ehrenurkunde gab es auch für Michael Kast (Ilbesheim) und für Philipp Müller (Gut von Beiden, Kleinfischlingen). Sie belegten nach Jürgen Graf den zweiten und dritten Platz der Gesamtwertung für ihre fünf Weine. (pwb)


Die Pfalz im Internet (2): „Von Obst bis Wildsalami“

VielPfalz_Team-2
Begeistert von der Pfalz: die „Vielpfälzer“ Gabriele Schubing-Krauß, Susanne Lang, Michael Dostal und Ute Günther (von links). (foto: melanie hubach/frei)

 

Seit Anfang April ist die Website www.vielpfalz.de online, auch die erste Print-Ausgabe ist auf dem Markt. Für Abonnenten, Magazin-Leser und Internetuser gibt es jetzt Termine, Themen und Tipps rund um die Pfalz. Die Macher des neuen Genuss-Portals über ihre Pfalzbegeisterung, Rezepte für Rotweinkuchen und natürlich über Pfälzer Wein.

Anfang April seid ihr mit dem Projekt „VielPfalz“ sowohl in Print als auch online gestartet. Was genau erwartet den Leser beziehungsweise den Besucher Eurer Website?
In der Pfalz lässt es sich so wunderbar genießen. Nur weiß man von den meisten Veranstaltungen gar nichts. Da verpasst man so viele schöne Erlebnisse. Daher sind unsere Genusstermine auf vielpfalz.de das Herzstück des Online-Portals. Auf vielpfalz.de findet man jetzt schon mehr als 500 Genusstermine. Je nach Interesse kann man sich genau die Termine anzeigen lassen, die zu einem passen. So kann man nur die Veranstaltungen auswählen, die beim Winzer stattfinden, nur Märkte oder Aktionen für Familien oder auch eine Kombination aus derzeit 15 Lieblingskategorien.  Auf Wunsch kann man sich seine Lieblingstermine auch genau dann per E-Mail zuschicken lassen, wann man will. Also zum Beispiel immer mittwochs, damit man das Wochenende planen kann oder erst freitags, weil man lieber spontan loszieht. Frei nach dem Motto: Genießen Sie doch, wann Sie wollen.  Dazu haben wir aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Rezepte und stellen in Rubriken Pfälzer Persönlichkeiten und interessante Blogs vor. Natürlich alles rund um Genuss. Vom Bier bis zum Spargelwein, vom Obst bis zu Wildsalami. Weil wir der Meinung sind, dass ein Genießer aber auch etwas in die Hand nehmen und sich in Ruhe mit einem Thema beschäftigen will, haptisch und optisch genießen möchte, haben wir das VielPfalz-Magazin. Darin finden sich die Geschichten zu den Genussthemen, Hintergründe, aber auch viele Termine und Rezepte. Teilweise das, was auch online zu lesen ist, aber auch andere Beiträge und Formen, die in Print besonders gut wirken.

Ihr habt Euch ja beim Weinstraßen-Marathon und bei „Wein am Dom“ präsentiert. Wie war das Feedback?
Sehr positiv. Viele fanden vor allem die Gestaltung, Aufmachung der Website und des Magazins sehr ansprechend. Auch die Bandbreite der Termine wurde positiv aufgenommen. Für uns sehr wichtig waren die Leser und Nutzer, die uns gesagt haben, was sie sich künftig wünschen würden oder was für sie noch mehr Nutzwert hätte. Auch unseren Online-Shop haben wir nach den Rückmeldungen schnell ein Stück verbessern können.

Wieso habt Ihr Euch ausgerechnet die Pfalz als Region für Euer Projekt ausgesucht?
Weil wir einfach Lust auf die Pfalz haben und diese weitergeben möchten. Die Pfalz ist der Weg von Friedelsheim nach Wachenheim, Konzerte auf der Limburg oder im Sommer im Winzerhof zu sitzen. Auf der kleinen Kalmit die Natur und Aussicht zu genießen, im Park der Villa Wieser klassische Musik zu hören und frühmorgens durch den Wingert zu laufen. Die frische Rieslingschorle nach der Wanderung, einen Jahrgang wie den 2015er zu kosten oder reife Erdbeeren vom Feld zu pflücken. Die Menschen, die zusammenrücken und so Platz an ihrem Tisch machen, das Filmfestival in Ludwigshafen oder eine Vielzahl von tollen Lokalen – von der Weinstube bis zum Sternelokal. Kastanien, Feigen oder Mandeln. Braucht man noch mehr Gründe?

Nein, sicher nicht. Aber was ist für Euch typisch für die Pfalz?
Naturgenuss mit dem Pfälzerwald und seinem hervorragenden Wander- und Wegenetz. Die Spezialitäten rund um die Pfalz, man bedenke schon die unterschiedlichen Rezepte zwischen Vorder- und Südpfalz, wenn es um einen Rotwein-Kuchen geht. Die Lebenslust der Region. Feste und Märkte wohin man auch geht. Gemütliches Beisammensein – sei es ein kleines Lokal oder örtliche Festivitäten. Und natürlich der Wein und alle anderen Spezialitäten.

Zum Abschluss noch eine Frage: Mit Susanne Lang habt ihr ja auch eine angehende Sommelière im Team. Habt Ihr denn auch einen Weintipp für uns, etwas, das wir unbedingt probiert haben sollten?
Im Hinblick auf den nahenden Sommer und den Einstieg in die Grillsaison hat uns ein Wein von Markus Schneider besonders gut gefallen – wenn er auch kein echter Pfälzer ist, sondern ein pfälzisch-südafrikanisches Gemeinschaftsprojekt. Der 2012er Vet Rooi Olifant ist eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz und der südafrikanischen Rebsorte Pinotage. Ausgebaut wurde im Barrique. Schon in der Nase verspricht er ganz viel Frucht wie Kirsche, Johannisbeere und Pflaume sowie Würze und ein leichtes Raucharoma. Ein Wein passend zum gegrillten Steak. Im Mund hat er dann die Fülle, den Körper und die samtige Tanninstruktur, die das fleischige Röstaroma vom Grill gut begleiten können. Trotz des Alkohols von 14,5 % vol. schmeckt er nicht alkoholisch. Der Sommer kann also kommen…

14,5 % Vol. ist für manche Weintrinker ziemlich an der Grenze, was den Alkohol angeht. Vielleicht noch etwas leichteres?
Riesling geht natürlich auch immer… Am Wochenende haben wir einen Riesling vom Weingut Pfeffingen probiert und zwar den 2014er Ungsteiner „Kalkstein“ Riesling trocken, Pfeffingen (Ortswein). Auch äußerst empfehlenswert. Wie der Name des Weins bereits aussagt, besteht der Boden des Herrenberg, aus dem der Wein stammt, aus Löß-Lehm mit hohem Kalksteingehalt. Der Wein hat Aromen von reifem Apfel, Aprikosen und Pfirsichen. Im Mund frisch und mit kräftigem Körper passt er gut beispielsweise zu einem kurz angebratenen und im Ofen fertiggegarten Lachs mit Spargel in einer Honigsauce (das gab es zumindest bei uns). Der Alkohol ist mit 13,5 % vol. unter 14 % :-).

Info: Unter www.vielpfalz.de gibt es zahlreiche Termine, Rezepte und Geschichten rund um die Pfalz. Ein Teil der Website ist allerdings hinter der Bezahlschranke und nur gegen Gebühr zugänglich. Winzer und andere Veranstalter können ihre Events per Mail an info@vielpfalz.de schicken. Die Veröffentlichung auf dem Portal ist kostenlos.


Rhein, Wein und Dom

FullSizeRender-21

Von Alexander Sperk
Knapp 150 Winzer und Genossenschaften, mehr als 800 Weine, 3500 Besucher an zwei Tagen – schon diese Zahlen zeigen, dass die Messe “Wein am Dom” längst in Speyer angekommen ist. Auch wir haben uns bei der vierten Auflage am Wochenende umgesehen.

Obwohl ich mir einen Nachmittag Zeit genommen habe, ist das Wort umgesehen mit Absicht gewählt. Denn mehr ist einfach aufgrund der schieren Anzahl der Weine und Winzer nicht möglich. Dennoch sind mir einige Trends aufgefallen: Viele Pfälzer Winzer gönnen ihren Weißweinen mittlerweile Kontakt mit Holz, auch Spontangärung wird immer populärer.

Gleich zu Beginn meiner Tour durch die Speyerer Innenstadt bin ich beim Weingut Neuspergerhof aus Rohrbach auf einen weiteren Trend in der Weinszene gestoßen: Die Rohrbacher hatten ihren Orange Wine “X” dabei, der aus Chardonnay-Trauben gemacht wird. Die Gradolphs sind uns im vergangenen Jahr wegen ihres gekonnten Holzeinsatzes bei den Weißweinen aufgefallen, was sich natürlich nicht geändert hat. Aber Hingucker war dieses Mal der maischevergorene Weißwein oder einfacher “Orange Wine”. Dieser zog in Speyer viele neugierige Blicke auf sich: eine kräftige orangene Farbe, eine Nase, die an Sherry und Banane erinnert, und im Mund der typisch intensive und komplexe Geschmack eines maischevergorenen Weißweins. Immer nach dem Motto auf der Flasche: “Liebe mich, oder lasse es”. Ich würde dann die erste Variante nehmen, auch wenn der halbe Liter ab Hof knapp 25 Euro kostet.

Einen wirklich tollen spontanvergorenen Riesling durfte ich am Stand des Gönnheimer Weinguts Eymann probieren. Der 2014er Gönnheimer Sonnenberg wurde im Stückfass ausgebaut und hat sich viel Zeit bei der Gärung genommen. Herausgekommen ist ein sehr vielschichtiger, fruchtig-frischer und gleichzeitig würziger Riesling, der für mich zum besten gehört, was ich bei “Wein am Dom” 2016 probiert habe. Die 21 Euro pro Flasche sind hier sehr gut angelegtes Geld.

FullSizeRender-20
Viel Positives habe ich in den vergangenen Monaten vom Herxheimer Weingut Gabel gehört und gelesen. Daher war diese Station bei meiner Tour bei “Wein am Dom” gesetzt. Die Burgundersorten sind die besondere Leidenschaft der Herxheimer Weinmacher Wolfgang und Oliver Gabel, die Lagenweine werden – egal ob rot oder weiß – in großen und kleinen Holzfässern ausgebaut. Schön fand ich den spontanvergorenen 2014er Riesling vom Bissersheimer Goldberg, richtig begeistert hat mich der Grauburgunder vom Bissersheimer Orlenberg (2014, 14 Euro ab Hof), wobei ich eigentlich kein großer Grauburgunder-Fan bin. Aber dieser Wein hat sich für diese oft recht eindimensional daherkommende Rebsorte unheimlich vielschichtig gezeigt. Einen Besuch in Herxheim habe ich ganz oben auf die Liste genommen!
Allein schon um meinen Mitschreiber, den Mundschenk, zu beeindrucken, bin ich immer auf der Suche nach guten Sauvignon Blancs. Aber wenn man weiß, wie hoch da die Maßstäbe sind, ist das selbst bei so einer großen Veranstaltung nicht einfach. Dennoch sei hier der tolle 2015er Sauvignon Blanc “vom Löss” des Böchinger Weinguts Heiner Sauer empfohlen, der eine tolle Balance zwischen gelben, exotisch-fruchtigen und den kühlen, grasigen Sauvignon-Aromen zeigt (8,40 Euro ab Hof).
Unbedingt vorbeischauen wollte ich auch beim noch recht jungen Friedelsheimer Weingut Reinhart. Hier hat mir besonders der sehr trinkfreudige Einstiegsriesling (5 Euro ab Hof) gefallen, der aus Wachenheimer und Deidesheimer Lagen mit Böden aus Buntsandstein, Sand und Kies stammt und eine schöne Balance aus Frucht, Restsüße und Säure schafft.


ProWein-Notizen (II): Kaffee, Kurioses und ein wenig Klarheit

Was treibt uns jedes Jahr wieder auf die Prowein? Einerseits die Hoffnung neue Winzer-Talente (siehe dazu Teil I) zu entdecken, anderseits auch die Möglichkeiten, die Innovationen der Platzhirsche zu finden. Dies ist es aber nicht alleine. Die ProWein ist auch eine Plattform für ganz außergewöhnliche Weinprojekte. Da war zuerst ein spanischer „Weinmacher“, der blauen Wein herstellt. Der Farbstoff, welcher dem spanischen Weißwein zugesetzt wird, stammt aus dem blauen Extrakt der Schalen und aus einem natürlichen Farbstoff („Indigo“). Zusätzlich gibt der Weinmacher noch einen alkoholfreien Süßstoff hinzu. Es kommt ein Partywein raus, der blau ist, und wahrscheinlich auch gerne genutzt wird, um blau zu werden.

20160314_164103-2
Der nächste Wein-„Verrückte“ bot uns einen Wein mit Kaffee an. Meine erste Äußerung: „Braucht die Welt nicht und kann sowieso nicht schmecken“. Wenige Sekunden später musste ich mich selbst korrigieren. Der Winzer Manuel Brixius hat eine genial Kombination von Mosel-Riesling mit Restzucker und einem Kaffee-Geschmack kreiert. Der fein gemahlene Kaffee wird mit dem Wein vergoren. Diese Melange kann sofort das Dessert und den Kaffee danach ersetzen und schmeckt auch noch. Der „Junge“ ist nicht nur gut im Marketing, sondern ein echter Geschmacks-Experte.
Wenige Meter weiter lernten wir den „Flying Winemaker“ kennen. Ein chinesisch-australischer Winzer, der eine Art Wein-Tausendsasa ist. Er besitzt nicht nur das einzige Weingut in Hongkong, sondern ist auch noch Fernseh-Produzent und PR-Profi.

20160314_162333-3

Der Wein aus Hongkong, den wir probiert haben, stammt eigentlich aus dem US-Bundesstaat Washington. Die Trauben werden dort geerntet, gefroren und nach Hongkong gebracht. Dort baut er sie aus und lässt sie 7 Jahre im Fass und Flasche reifen. Eindrucksvoll ist dieses Projekt schon, geschmacklich konnte der Weißwein durch seine intensive Dichte überzeugen. Wir hatten jedoch als ökologisch geprägte Europäer ein Problem damit, dass ein Wein als „natural wine“ bezeichnet wird, wenn die Trauben eine halbe Erdumrundung im Kühlcontainer hinter sich gebracht haben. Aber das sehen wir wohl irgendwie zu eng.
Die wahren Naturweine konnten wir wenig später in der „Organic Lounge“ genießen. Das ECOVIN Weinseminar sollte uns den Naturwein und Orangewein näher bringen. Die wichtigste Erkenntnis war der Unterschied der beiden Richtungen. Bei Naturweinen geht es um den Verzicht auf technische Hilfsmittel bei der Weinproduktion und um die Natürlichkeit des Ausbaus. Die Steigerungsformen des Ausbaus sind: Verzicht auf Zuckerung, Verzicht auf Reinzuchthefen, keine Schönung, keine Filtration, kein oder nur geringer Zusatz von Schwefel. Weiterhin wird häufig nicht im Stahltank, sondern alternativ im Betonei oder Holzfass ausgebaut und das Umpumpen vermieden.
Beim „Orange Wein“ handelt es sich um einen maischevergorenen Weißwein (d.h. die Beerenhaut wird Tage oder Wochen mitvergoren). Dadurch entsteht bei den Weißweinen die orangene Farbe.
Die verkosteten Weine stammten meist von der Mosel und boten allesamt neue Geschmackserlebnisse. Nicht immer ein überzeugender Qualitätszuwachs, aber Spontanvergärung und Verzicht auf Schwefel zeigten in der Probe die stärksten positiven Effekte im Direktvergleich. Auch der weinbegeisterte Laie sollte die Unterschiede mal probiert haben.


ProWein-Notizen (I): Zwischen Baden und der Nordpfalz

ProWein16_MK13134
Auch bei der ProWein vertreten: die jungen Winzer von Winechanges. (foto: messe düsseldorf / ctillmann)

 

Von Alexander Sperk
6200 Aussteller aus 59 Ländern haben sich auf der ProWein 2016 präsentiert – alle renommierten, aber auch weniger bekannte Weinregionen waren auf der Messe in Düsseldorf vertreten. Diese Zahlen zeigen, dass es unmöglich ist, den Ausstellern auf der ProWein in einem objektiven Bericht gerecht zu werden, zumal wir nur einen Tag dort waren. In unseren ProWein-Notizen haben wir auch in diesem Jahr einfach festgehalten, was uns auf der großen internationalen Fachmesse aufgefallen ist.

Einen Schwerpunkt unseres Besuchs haben wir dieses Mal auf unsere Nachbarn aus Baden gelegt, besonders auf die weißen Burgundersorten. Sehr gut gefallen hat uns da beispielsweise die Kollektion, die das Weingut Klumpp aus Bruchsal dabei hatte und uns sehr ausführlich und sympathisch erläutert hat. Überhaupt haben sich die Winzer viel Zeit genommen, um mit uns eher kleinen Bloggern über ihre Weine zu erzählen. Sehr angenehm für so eine große Veranstaltung.

Begonnen haben wir unsere Tour über die Messe aber bei Daniel Aßmuth aus Bad Dürkheim. Warum ein paar Hundert Meter fahren, um Weine zu probieren, die man eigentlich kennt, wenn man auch ein paar Hundert Kilometer fahren kann? Spannend zu werden verspricht Daniels Barrique-Ehrenfelser, sehr gut gefallen haben mir auch die beiden Portugieser aus dem Königswingert und dem Nonnengarten (jeweils Jahrgang 2014). Bei der Adventsverkostung kurz vor Weihnachten fand ich den Königswingert etwas besser, doch schon jetzt zeigt sich, dass der Nonnengarten mehr Potenzial hat.

Zum ersten Mal auf der ProWein präsentiert hat sich die „Nordpfalz“, ein recht neuer Zusammenschluss von sechs Weingütern (Bicking & Bicking, Brand, Bremer, Hahn-Pahlke, Lauermann & Weyer, Schwedhelm) aus dem nördlichen Teil unserer Region. Der Stand der jungen Winzer war schon rein optisch ein Gewinn. Dezent aber stilsicher gestaltet mit dem Kompass (gleichzeitig das Logo der Nordpfalz) als Hingucker. Anders als so mancher pompöse Bling-Bling-Stand vor allem von Schaumwein-Anbietern. Da wir einige Weine der Nordpfalz-Weingüter schon ganz gut kennen, zum Beispiel die der Bockenheimer Brand-Brüder, haben wir uns zwei Weingütern gewidmet, deren Weine wir noch gar nicht (Weingut Bremer, Niefernheim) beziehungsweise nur ein bisschen (Weingut Hahn-Pahlke, Battenberg) kannten. Das Weingut Bremer, das von drei Quereinsteigerinnen und einem erfahrenen Kellermeister geführt wird, hatte für das Zellertal, das hart an der Grenze zu Rheinhessen liegt, typischen schlanken und eher mineralische Rieslinge im Gepäck. Sehr gut gefallen hat mir als Scheu-Fan die trocken ausgebaute Scheurebe der Bremers.
Vom Battenberger Weingut Hahn-Pahlke hatten wir vor einiger Zeit mal eine Spätlese vom Kleinkarlbacher Grasweg im Glas. Aus der Kollektion haben mir besonders gut der spontavergorene, sehr komplexe Riesling „α“ sowie die beiden Sauvignon Blancs „Kia ora“ (neuseeländischer Stil, eher kühl und elegant, im Holzfass ausgebaut) und „β“ gefallen, der einen schönen Mittelweg zwischen grünen Aromen (Minze, Stachelbeere) und gelben, exotischen Früchten findet. Die Vorliebe von „Junior“ Thomas Pahlke für den Sauvignon Blanc erklärt sich durch einen längeren Neuseeland-Aufenthalt des Jungwinzers.

20160314_134630
Vorbeigeschaut haben wir auch bei der Generation Riesling. Wiederentdeckt habe ich dort das Sausenheimer Weingut Karl-Heinz Gaul, das von den beiden Winzerinnen Dorothee und Karoline Gaul geführt wird. Als ich noch in Grünstadt gearbeitet habe, war ich dort häufiger. Schon damals zählte der Riesling von der Sausenheimer Hütt zu meinen Favoriten. Das hat sich nicht geändert. Der 2014er hat Frucht, Würze und Biss. Sehr schön. Vorbeigeschaut haben wir auch beim Landauer Winzer Sven Klundt, bei dem mir der Sauvignon Blanc aus dem Basis-Segment der Gutsweine sehr gut gefallen hat. Für um die sechs Euro bekommt der Weintrinker einen gut gemachten Sauvignon Blanc, der allerdings deutlich in die gelbe Richtung geht.
Die Weißweine des Dürkheimer Winzers Uli Karst, der uns kürzlich mit seiner roten Cuvée Georg I. überzeugt hat, wollten wir ebenfalls schon lange mal probieren. Auch dafür war eine Fahrt nach Düsseldorf nötig. Besonders aufgefallen sind mir hier der Riesling-Kabinett aus dem Bad Dürkheimer Rittergarten sowie der Einzelstück-Riesling, der ein wenig das weiße Aushängeschild der Karst’schen Kollektion ist. Ein Teil des Weins war im Holz, die Reben für diesen tiefgründigen Wein, der mir wegen des schönen Zusammenspiels von Frucht, Würze und Säure gefällt, stehen in der sehr guten Rieslinglage Dürkheimer Hochbenn.


Die Pfalz im Internet (1): Facebook-Gruppen und Mandelblüte

RS1735_DSCF1092-scr
Blickfang am Wegesrand: Mandelbäume in der Südpfalz. (foto: Südliche Weinstrasse e.V. + Ralf Ziegler)

Die Pfalz ist in: Das zeigen nicht nur die wachsenden Besucherzahlen, die von den Tourismus-Experten Jahr für Jahr verkündet werden. Ein einfacher Blick an einem sonnigen Sonntagnachmittag auf die Speyerer Maximilianstraße bestätigt das ebenfalls. Auch im Internet gibt es viele Möglichkeiten, sich über die Pfalz zu informieren und auszutauschen. Gerade in den sozialen Netzwerken wie Facebook habe ich sogar den Eindruck, dass unsere Region besonders gut vertreten ist.
Natürlich gibt es auf Facebook zahlreiche Gruppen, in denen sich Weininteressierte über Weine aus aller Welt austauschen können. Die größte und bekannteste dürfte „Hauptsache Wein“ sein, bei der der bloggende Winzer Dirk Würtz Administrator ist. Eine Gruppe, in der sich alles hauptsächlich um Wein aus der Pfalz dreht, sind die „Neustadter Weinfreunde“ (NWF), die auf Facebook ihre Basis haben: „Ein Netzwerk für Menschen, die gerne gute Weine genießen und den Austausch zum Thema Wein und Genuss suchen“ wie es in der Beschreibung der Gruppe heißt. Weinfreunde, die sich in der virtuellen Welt über Alltagsweine oder Große Gewächse austauschen, können sich über die Gruppe auch in der realen Welt kennenlernen: Jeden zweiten Donnerstag im Monat treffen sich die Neustadter Weinfreunde zu einer Weinprobe in einem Pfälzer Weingut, außerdem gibt es einmal im Monat einen Stammtisch in der Zwockelsbrück in Neustadt. Auf der Seite www.pfalzweinproben.de der Neustadter Bloggerin Heike Larsson wird unter anderem über die gemeinsamen Proben der Neustadter Weinfreunde berichtet. Außerdem gibt es Weintipps, Kochrezepte und einiges mehr über die Pfalz.
Weine aus der Pfalz stehen auch in der Gruppe „Pfälzer Wein“ im Mittelpunkt, in der sich Weinfreunde, Winzer und Gastronomen um Themen rund um den Wein austauschen.
Weiter gefasst ist das Themenspektrum in der Gruppe „Pfälzer Wein, Kultur und Kulinarik“. In der Gruppe, die quasi aus dem Stand die 1500-Mitglieder-Marke erreicht hat, geht es um Winzer, Vinotheken, Weinproben, Restaurants, Straußwirtschaften, Hütten, Kneipen, Weinstuben, Veranstaltungen rund um Essen und Wein, Weinfeste, Kochevents, den Pfälzerwald mit seinen Hütten und vieles mehr. Auch sind schöne Fotos aus der Pfalz und rund um die Pfalz willkommen. Als Bonbon gibt es monatlich ein Event speziell für die Gruppenmitglieder. Neben Proben bei ausgesuchten Weingütern sind unter anderem eine Musikalische Weinprobe oder ein Wild-Koch-Event mit den Fachmännern des Landes-Jagd-Verbandes in Planung.
Weil es gerade so schön in die Jahreszeit passt, ist die Seite www.mandelbluete-pfalz.de einen Besuch wert, die federführend vom Verein Südliche Weinstrasse Landau-Land e.V. betreut wird. Dank des überdurchschnittlich milden Klimas haben 2016 die ersten Mandelbäume tatsächlich schon im Januar geblüht. Offiziell finden die Pfälzer Mandelwochen vom 1. März bis zum 30. April 2016 statt. Zu dieser Zeit gibt es viele Highlights und unzählige Veranstaltungen rund um die rosa Blüte. Gäste lockt es so in die Region und in die schöne Natur. Besucher der Seite können sich dort über den aktuellen Stand der Blüte, die Veranstaltungen während der Mandelwochen, Rezepte sowie allerhand Interessantes und Wissenswertes rund um die Mandel informieren.
Die Seite wurde komplett überarbeitet. Mit größeren Bildern vermittelt sie auch optisch einen besseren Eindruck von der schönen Mandelblüten-Phase entlang der Deutschen Weinstraße. (pwb)


Wenn die Zeit für den Wein arbeitet

FullSizeRender-13

Es schadet nicht, wenn Blogger, die sich hauptsächlich mit Pfälzer Weinen beschäftigen, auch mal über den Tellerrand hinausschauen. Umso besser, wenn sich die Gelegenheit dazu mitten in der Pfalz bietet: Bei der Veranstaltung „InBianco“ haben europäische Winzer sich und ihre Weißweine am Samstag (6. Februar) im Neustadter Saalbau präsentiert. Hier unsere Eindrücke.
Ganz oben auf dem Probier-Wunschzettel des Kellermeisters standen die Weine des Weinguts Rijckaert aus dem französischen Jura. Der Kellermeister hat in den vergangenen Monaten eine Vorliebe für Weine aus dem Jura entwickelt und war entsprechend gespannt, vor allem auf den Chardonnay. Die Eindrücke waren durchaus gemischt: Während sich der 2012er „Vigne de Voises“ noch sehr zitruslastig, unrund und wenig harmonisch präsentiert hat, zeigte der 2007er, was fünf Jahre mehr Zeit ausmachen können. Ein sehr kraftvoller, runder Chardonnay, der jetzt seine optimale Trinkreife erreicht hat. Die Erfahrung, dass guter Weißwein Zeit braucht, machten wir übrigens auch beim Meursault des Weinguts Michel Bouzereau et fils aus dem Burgund. Auch hier zeigte sich der 2009er deutlich gefälliger als der 2013er.
Außer deutschen Winzern waren im Neustadter Saalbau vor allem Weinmacher aus Italien, das nicht unbedingt für seine Weißweine bekannt ist, gut vertreten. In der italienischen Ecke haben wir beim Weingut Conterno Fantino aus dem Piemont einen jungen, aber dennoch bereits sehr ausgewogenen Chardonnay (Bastia, 2014) entdeckt. Nicht zu fett mit schönen Aromen von Melonen, Birnen, Kräutern und Walnuss. Der 2014er war hier besser als der 2008er, der seine Frucht schon fast verloren hat. Ebenfalls weit oben auf der Probier-Wunschliste des Kellermeisters stand das Weingut Zuschmann-Schöfmann aus dem Weinviertel in Österreich. Im Gepäck hatte das Weingut eine sehr überzeugende Grüne-Veltliner-Kollektion. Sehr schön der 2013er Grüne Veltliner vom Muschelkalk: In der Nase etwas Apfel, im Mund dann wieder Apfel, Kräuter und am Ende eine dezent pfeffrige Note.

FullSizeRender-12

Noch ein wenig primärfruchtiger ist der 2014er vom Muschelkalk, der uns aufgrund des schönen Zusammenspiels von Frucht und Säure gut gefallen hat. Etwas anders im Charakter kommt der 2013er Grüner Veltliner vom Löss daher: spontanvergoren, deutlich üppiger mit Noten von exotischen Früchten und Kräutern. Bei Preisen zwischen 12 und 15 Euro für Freunde des Grünen Veltliners sicher mehr als eine Überlegung wert – nicht nur wegen der stilvoll gestalteten Etiketten, die Kupferstiche zeigen, die auf dem Weingut gefunden wurden.
Am Stand vom Weingut Künstler wurden unsere Geographie-Kenntnisse erweitert. Bis dahin hatten wir den Rheingau nur am Rhein gesehen. Aber ein kleiner Teil  – unter anderem das Weingut Künstler – liegt in Hochheim und damit am Main. Das überwiegend durch Riesling dominierte Sortiment mit vielen „Erste Gewächs-Lagen“ auf Ton- und Lößböden hat beindruckt, war jedoch für den Mundschenk etwas zu opulent.
So interessant der Ausflug in andere Weinregionen auch war, am Ende sind wir in der Abteilung Pfalz gelandet – da ging es uns wie vielen anderen Besuchern, denn in der Reihe mit den Pfälzer Weingütern herrschte meist Hochbetrieb. Wir haben uns bei den vielen großen Namen, die sich im Saalbau präsentiert haben, auf Weine und Weingüter konzentriert, die wir noch nicht so gut oder gar nicht kannten. Die Überraschung des Tages war das Weingut Schäfer aus Neustadt-Mußbach, das seine Premium-Linie „Limit“ präsentierte. Der Riesling Alte Reben 2014 war ein dichter kerniger Vertreter, der die mehr als 7 g Restzucker gekonnt durch die Säure puffert. Die Limit-Linie muss weiter beobachtet werden, wenngleich die Preise mit 12 bis 20 EUR recht ambitioniert sind.

FullSizeRender-14
Besonders aufgefallen sind uns zwei Weine von kleinen, aber feinen Erzeugern wie Odinstal und John aus Königsbach. Bewährt Außergewöhnliches hatte das Weingut Odinstal zu bieten. Hier konnte man den Riesling Buntsandstein aus 2012 und 2014 vergleichen. Beide spontan vergoren, aber völlig unterschiedliche Weine; der 2012 extraktreich und dicht; der 2014 ungestüm, aber mit Entwicklungspotential. Frank John war nur mit dem Riesling Buntsandstein 2014 am Start. Ein goldgelber, spontanvergorener Parade-Riesling, der auch in 10 Jahren noch jugendliche Frische zeigen wird, da ist sich der Mundschenk sicher.
Dass sich auch die Pfalz bei der internationalen Rebsorte Chardonnay nicht zu verstecken braucht, hat beispielsweise das Weingut Siegrist aus Leinsweiler gezeigt: mit dem Chadonnay „Sur Lie“ aus dem Jahrgang 2009 (im Barrique vergoren und ausgebaut) hatte das Weingut einen klasse Vertreter dabei, der nahe am optimalen Trinkzeitpunkt, aber leider nicht mehr im Verkauf ist. Sehr fein zeigte sich auch der Chardonnay Reserve aus dem Jahrgang 2012.

Die Pfalz kann nicht nur Riesling: Diesen Eindruck untermauerte einmal mehr die trockene Scheurebe des Haardter Weinguts Weegmüller aus dem Jahrgang 2015, die ein schöner Abschluss einer tollen Veranstaltung im Neustadter Saalbau war. (pwb)


Ein Stück Südpfalz bei der Bambi-Verleihung

Seit mehr als zehn Jahren begleitet die Südliche Weinstrasse als exklusiver Weinpartner des wichtigsten deutschen Medienpreises die Bambi-Verleihung im Berliner Stage Theater am Potsdamer Platz mit 800 Gästen. Auch in diesem Jahr durften sich Betriebe aus der Region über die getroffene Weinauswahl freuen. Zum Bambi-Dinner am 12. November wurden ein 2012 Spätburgunder Spätlese trocken vom Weingut Joachim Hof aus Heuchelheim-Klingen und ein 2014 Grauburgunder trocken vom Weingut Kranz aus Ilbesheim ausgeschenkt, heißt es in einer Mitteilung der Südlichen Weintrasse.

SONY DSC
Comedian Olaf Schubert ließ sich bei der Bambi-Verleihung 2014 Südpfälzer Wein schmecken. (foto: südliche weinstrasse)

Zur After-Show-Party haben an der Bar der Südlichen Weinstrasse weitere vier Weingüter aus der Region ihre Weine präsentiert:
Das Weingut Thomas Hörner, Hochstadt, war mit einem 2014er Sauvignon Blanc trocken,
das Weingut Fritz Walter, Niederhorbach, mit einem 2014er Weißburgunder trocken,
das Weingut Valentin Ziegler Sohn, Weyher, mit einer 2011er Spätburgunder Auslese trocken und das Weingut Herrengut, St. Martin, mit einem 2014 Merlot trocken vertreten. (pwb)

 


Neue Entdeckungen und alte Bekannte

bf_logo_quer_cmyk_03
Einmal im Jahr präsentieren die Mitglieder des Barrique-Forums Pfalz ihre Weine im Gesellschaftshaus der BASF in Ludwigshafen. Anders als bei der Präsentation der Großen Weine des Forums (bei der wir aus Termingründen passen mussten), bei denen es sich ausschließlich um Rotweine handelt, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen, haben die Winzer im Gesellschaftshaus mehr Weine im Gepäck, darunter auch Weißweine.

Mit dabei war fast die komplette Belegschaft des Pfälzer Weinblogs, die entsprechend viele, wenn auch längst nicht alle Weine probieren konnte. Hier unser zugegeben etwas selektiv-subjektiver Rückblick.

Bevor wir es vergessen: Auffallend viele junge Leute waren ins Gesellschaftshaus gekommen, um die Weine aus der Pfalz zu probieren. Das zeigt, dass Wein für viele attraktiv und nicht nur einem etwas älteren, wohlhabenden Gourmet-Publikum vorbehalten ist. Erwähnenswert auch die gute Organisation und der sehr aufmerksame Service, der immer rasch für Nachschub an Wasser und Brot sorgte.

basf
Im Gesellschaftshaus der BASF präsentieren sich regelmäßig die Winzer des Barrique Forums Pfalz.

Die Stars des Abends aber waren die Winzer und ihre Weine. Hätte es einen Preis für den mutigsten Wein des Abends gegeben, das Hochstadter Weingut Stern wäre mit seinem Silvaner Réserve sicher ganz weit vorne mit dabei gewesen. Der Silvaner ist spontan im Barrique vergoren und auch dort gereift. Obwohl die Barrique-Note zumindest im ersten Moment im Vordergrund steht, erkennt man die Rebsorte problemlos wieder. Das ist schon eine starke Leistung des Winzers! Stark in Richtung Bordeaux geht die feine Cuvée „55“ der Hochstadter, die zu 2/3 aus Cabernet Sauvignon und zu einem Drittel aus Merlot gemacht ist. Die Zahl „55“ bezieht sich dabei auf den Pflanzabstand der Reben (in Zentimetern). Wie bereits im vergangenen Jahr zählte diese Cuvée zu den Favoriten des Kellermeisters.

Einen sortentypischen und dennoch vergleichsweise filigranen Merlot hatte das Weingut Immengarten Hof aus Maikammer mit seinem “Flagship” aus der Lage Maikammerer Heiligenberg im Gepäck.

Sowohl überzeugende Weiß- als auch Rotweine hatte Thorsten Langenwalter aus Weisenheim am Sand mitgebracht: Sein 2014er Riesling Burgweg etwa zeigt wohl dosierten Holzeinsatz und versteht es, das Holz mit den Vorzügen eines Rieslings zu kombinieren. Der Wein wurde im 20 Jahre alten, großen Holzfass ausgebaut. Die entsprechend dezente Holznote reicht, um die Säure ein wenig abzudämpfen und dem Wein Geschmeidigkeit zu geben, ohne ihn dabei den charakteristischen Vorzügen eines Rieslings zu berauben.Schön auch, dass Thorsten Langenwalter mit seinem Portugieser vom Weisenheimer Goldberg (Jahrgang 2012) eine traditionelle Pfälzer Rotweinsorte präsentierte. Alte Reben und eine strikte Reduktion des Ertrags sind hier die Schlüssel zu einem Wein, über die sich Fans der Rebsorte freuen dürften.

Bei der gebotenen Vielfalt ist es schwierig, ja fast gefährlich, ein Weingut als Sieger des Abends zu küren. Der Preis für das überzeugendste Sortiment geht in diesem Jahr an das Weingut Schumacher in Herxheim. Die beiden 2014 vorgestellten Rieslinge wirkten zuerst etwas primärfruchtig, entwickelten jedoch nach kurzer Zeit eine unglaubliche Breite an Frucht-Schattierung. Der 2013 Herxheimer Himmelreich Garten war ein besonderer Riesling ohne Säurebiss wie sonst so oft in diesem schwierigen Jahr. Beim Spätburgunder zeigte das Weingut die absolute Stärke. Der Felsenberg hatte schon als 2011 im letzten Jahr Urbine sehr gut gefallen und war als 2012 noch eindrucksvoller. Mit dem 2012 Himmelreich Garten „R“ erreichte man die Burgundische Klarheit und Individualität, die einen Pinot Noir auszeichnet. Es ist ein Wein aus einer außergewöhnlichen Lage, der eine ungewöhnliche Länge bietet. So muss Spätburgunder schmecken.

schumacher
Das Herxheimer Weingut Schumacher.

 

Eine weitere überzeugende Wein-Palette auf hohem Niveau zeigte der Jesuitenhof aus Dirmstein. Die beiden Weißweine aus dem Halbstück überzeugen durch Biss (Riesling) und Fruchtspiel (Burgunder). Die Spätburgunder aus dem Jesuitenhofgarten glänzen mit einer tollen Weichheit und überzeugendem Preis-Genuss-Verhältnis.
Zusammenfassend eine perfekt organisierte Veranstaltung vom Team des Weinkellers der BASF mit hervorragenden Hauptdarstellern, den Winzern und Weinen der Pfalz.

[divider]

„All 4 One“ – gemeinsame Sache für Jana Schmitt

Junge Südpfalz_Gruppenbild

Die 20 Winzer des Wettbewerbs „Die junge Südpfalz – da wächst was nach!“ halten zusammen: Durch den Großbrand im Flaschenlager des Weinguts Schmitt in Ilbesheim hat Jana Schmitt – ein Talent der Jungen Südpfalz – fast ihren gesamten Flaschenbestand verloren. Auch die anliegenden Mietswohnungen sind ausgebrannt.

Die Winzer-Kollegen der „Jungen Südpfalz“ brachten sofort ein Projekt für Jana Schmitt ins Rollen. Der Wein mit dem Titel „All 4 One“ für Jana, ein 2014 Sauvignon Blanc trocken, wird bei den kommenden Veranstaltungen „Die Burg rockt“ und „Wein- und Genussmesse Mannheim“ im Namen von Jana Schmitt präsentiert.

Der Gewinn, der durch den Verkauf des Weins entsteht, kommt den vom Brand geschädigten Mietern zugute.

Die Geschäftsführer des Südliche Weinstrasse e.V. sind begeistert von der Idee: „Wir unterstützen dieses Projekt natürlich gerne organisatorisch und im Rahmen unserer Vertriebsmöglichkeiten. Der Wein wird auch zu 7 Euro im SÜW Shop erhältlich sein“, erklärt Bernd Wichmann laut einer Pressemitteilung. (pwb/Foto: Südliche Weinstrasse e.V.)


 

Auf der Suche nach Überraschungen im Schatten des Doms

253700_web_R_by_Hans-Christian Hein_pixelio.deGeschrieben von Mundschenk

Anmerkung in eigener Sache: Bevor der Autor bei seinem eigentlichen Job in Arbeit versank, war er im April noch in Speyer bei der Messe „Wein am Dom“. Von dort hat er einige Weintipps mitgebracht – die auch ein paar Wochen nach der Messe noch aktuell sind.

Die Veranstaltung „Wein am Dom“ besticht durch ihre Vielfalt an Veranstaltungsorten und Weinen (insgesamt etwa 800). Jedoch sind auch die Besucher vielfältiger als sonst. Denn man trifft nicht nur die Generation 30+, sondern auch reichlich Teenager. In der Pfalz beginnt das Interesse am Wein eben sehr früh.

Die Vielfalt findet sich aber auch bei den Anbietern, da sowohl die etablierten Flaggschiffe als auch die alternativen Aufsteiger und die LEH-orientierten Mengenwinzer vertreten sind. Der aktuelle Trend wurde jedoch überall deutlich: Der Ausbau im Holzfass beim Weißwein ist in der Breite angekommen, und das ist gut so. Das heißt aber auch ohne Holz im Sortiment geht fast nichts mehr.
Dem Autor stand nach einem langen Lauf am Samstagvormittag nur noch eine begrenzte Zeit am Nachmittag zur Verfügung. Also wurde in diesem Jahr die Aufgabenstellung aufgerufen: „Suche die versteckten Perlen und die günstigen Überraschungen“. Dabei fielen besonders „Bioland“ und „Vinissima Frauen & Wein e.V“ auf.
Der Tipp des Tages und die absolute Perle war der 2014 Chardonnay Spätlese trocken von Doris Mäurer aus Dackenheim: im kleinen Holzfass ausgebaut, aber noch immer mit einer kräftigen und satten Fruchtnote. Mit weniger als 8 Euro ist er eigentlich zu günstig.
An der Rieslingfront hat bei den jungen Weinen der 2014 Riesling trocken „Vom Bundsandstein“ vom Weingut Corbet, Neustadt, das Rennen gemacht. Ein saftiger Vertreter mit einem enormen Druck und trotz 7,7g einer dezenten Säure (ca. 8 Euro ab Hof). Das Weingut Rainer Eymann aus Gönnheim präsentierte einen gereiften Riesling: der 2011 Riesling Spätlese trocken „TOREYE“. Er wurde im Stückfass ausgebaut zeigt eine geniale, sehr angenehme Alterung und einen intensiven Quitten-Ton. Einfach gelungen.
Der Aufsteiger an der Barriquefront war für mich das Weingut Neuspergerhof aus Rohrbach bei Landau. Die neuen Etiketten des Guts sind schon sehr originell gemacht, aber das Sortiment passt zur Aufmachung. Der 2013 Rohrbacher Mandelpfad Chardonnay trocken “ChardOak“ ist spontan vergoren und im Barrique ausgebaut und bringt die Kraft und Geschmeidigkeit, welche man von einem solchen Wein erwartet. Das alles für rund 10 Euro.
Die genannten Neuentdeckungen werden – wenn wieder mehr Zeit ist – vom Pfälzer Weinblog sicherlich nochmals im Detail unter die Lupe genommen. (Foto: Hans-Christian Hein / pixelio.de)


Ben Rothmeier hat die Nase vorn

RS4076_Junge Südpfalz_Pfalz_Finale-scr
Die erfolgreichen Südpfälzer Jungwinzer mit Gesamtsieger Ben Rothmeier (Mitte) und Landrätin Theresia Riedmaier (ganz links). Fotos: Verein Südliche Weinstraße

 

Ben Rothmeier aus Landau-Mörlheim heißt der Gesamtsieger 2015/2016 des Jungwinzer-Wettbewerbs „Die junge Südpfalz – da wächst was nach“. Er platzierte sich hauchdünn vor Georg Meier aus Weyher, der zum fünften Mal in Folge Erster oder Zweiter wurde. Meier (Weingut Valentin Ziegler Sohn) ist damit der erfolgreichste Jungwinzer des Wettbewerbs. Er wurde deshalb mit dem Sonderpreis „Einer unserer Besten“ des Vereins Südliche Weinstraße ausgezeichnet, wie es in einer Mitteilung des Vereins heißt.

RS4077_Junge Südpfalz-Pfalz_Probe_Verkostung

Landrätin Theresia Riedmaier ließ bei der Preisverleihung im Birkweilerer Weingut Gies-Düppel keinen Zweifel daran, dass diese Auszeichnung durchaus wörtlich zu verstehen sei. Sie betrachtet den Erfolg Georg Meiers als einen der Beweise für die große Kontinuität, mit der in der Südpfalz auch bei jungen Winzern an Qualität gearbeitet werde. Sieger Rothmeier ließ als Mörlheimer Winzer „aus der Ebene“ die Erzeuger in den etablierten Hanglagen am Haardtrand hinter sich.

Die 21 Winzer, die die Finalrunde erreichten, stellten jeweils fünf Weine zur Verkostung an. Die führende Stellung Georg Meiers beim Riesling war deutlich: Er belegte mit seinen zwei vorgestellten Weinen den ersten und den zweiten Platz von 35 angestellten Rieslingen. Bei den Weißburgundern siegte Thomas Pfaffmann (Landau-Nußdorf), den besten Grauburgunder hatte Thomas Hörner (Hochstadt). Christian Brendel (Pleisweiler-Oberhofen) gelang der beste Chardonnay. Gesamtsieger Ben Rothmeier verwies mit seiner brillanten trockenen Scheurebe eine ganze Phalanx von Sauvignon Blancs auf die hinteren Plätze. Beim Spätburgunder, einer weiteren „Königsklasse“, lag Thomas Pfaffmann (Landau-Nußdorf) vorne. Der besonders feine Syrah als Sieger bei den „anderen Rebsorten“ stammte von Stefan Meyer (Rhodt). (pwb)

Die Top 10 der Gesamtwertung:

1. Ben Rothmeier, Weingut Rothmeier, LD-Mörlheim
2. Georg Meier, Weingut Valentin Ziegler Sohn, Weyher
3. Thomas Hörner, Weingut Hörner, Hochstadt
4. Thomas Pfaffmann, WIE.GUT.PAN, LD-Nußdorf
5. Christian Schneider, Herrengut, St. Martin
6. Philipp Müller, Gut von Beiden, Kleinfischlingen
7. Jürgen Graf, Weingut Graf, Weyher
8. Michael Kern, Weingut Kern, Böchingen
9. Jana Schmitt, Weingut Schmitt, Ilbesheim
10. Christian Brendel, Weingut Brendel, Pleisweiler-Oberhofen

[divider]
Kimich für die Kanzlerin

image-2

Geschrieben von Mundschenk 

Wenn in Ludwigshafen bei der BASF gefeiert wird, dann schenkt man natürlich gerne Wein aus der Region aus. Als Unternehmen mit eigenem Weinkeller und einer engen Bindung zur Pfalz ist dies ja fast Pflicht. Bei der offiziellen Feier am Donnerstag (23. April) zum Jubiläum „150 Jahre BASF“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Alt-Kanzler Kohl und anderen Prominenten sollte dies nicht anders sein. Welcher Wein hat schlussendlich das Rennen gemacht und wurde der Kanzlerin und den internationalen Gäste kredenzt?

Es war der

2014 Deidesheimer Kieselberg Riesling trocken vom Weingut Julius Ferdinand Kimich aus Deidesheim

Ein klassischer Riesling-Vertreter mit intensiven Zitrusaromen und einer jugendlichen Frische. Das Richtige für ein frühsommerliches Mittagessen. Pfalz at its best.

Aber auch beim Aperitif hat man auf die Pfalz zurückgegriffen:

Es gab den 2013 Weißburgunder Sekt Brut vom Wein- & Sektgut Wilhelmshof aus Siebeldingen.

Wir wissen nicht, wie die Weine der Kanzlerin gefallen haben. Die eingeladenen Mitarbeiter waren durch die Bank begeistert und fanden beide Pfälzer Gewächse perfekt für den Start in einen sonnigen Nachmittag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.