Dürkheimer Weinkür 2018: Riesling im Fokus

Dürkheimer Weinkür
Dürkheimer Spitzenweine stehen bei der Weinkür im Blickpunkt. Das Thema 2018: Riesling.

Von Alexander Sperk
Bei der Dürkheimer Weinkür zeigen die Bad Dürkheimer Winzer Jahr für Jahr, dass sie sich vor der weitaus namhafteren Konkurrenz vor allem von der Mittelhaardt nicht unbedingt verstecken müssen. Vor allem, wenn es um Riesling geht – so wie bei der achten Auflage, die jetzt in der Brunnenhalle stattfand. Denn die Dürkheimer haben so einige geologisch sehr besondere Lagen, wie Weinexperte Steffen Michler an dem unterhaltsamen Abend ausführte. Kalkriff lautet hier das Stichwort aus der Urzeit, als in der Pfalz noch ein tropisches Meer schwappte. Diese Ablagerungen hinterlassen bis heute in den Weinbergen rund um Michelsberg, Rittergarten oder Herrenberg ihre Spuren – und damit auch in den Weinen.
Neben einer kleinen Geologie-Lehrstunde und viel Wissenswertem rund um das Thema Wein gab es insgesamt 24 Weine zu probieren, von denen 9 durch Steffen Michler besprochen wurden. Dabei konnten die Besucher so einige Perlen entdecken, wie beispielsweise einen wunderbaren Liter-Riesling der Ungsteiner Winzergenossenschaft Herrenberg-Honigsäckel aus der Lage Ungsteiner Nussriegel (Jahrgang 2017), der mit feinen Pfirsichnoten und schöner Säure aufwarten kann. Wie viele unterschiedliche Facetten Riesling haben kann, zeigte sich wenig später, als der Riesling „Westside“ des Weinguts Wegner aus der Lage Dürkheimer Spielberg ins Glas kam, der mit exotischen Aromen wie Ananas, Melone oder Mango ebenso wenig geizte wie mit feinem Schmelz. Obwohl nur wenige Hundert Meter entfernt, bringt die kühlere Lage Rittergarten Weine mit gänzlich anderem Charakter hervor: schlank, elegant, mit straffer Säure. Wie den 2016er des Weinguts Gebrüder Barth.
Ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Zeit nicht nur Menschen, sondern auch den Wein verändert, kam vom Weingut Castel Peter, das seinen Weinen gerne Zeit zum Reifen lässt, was sich in aller Regel lohnt. So wie beim 2011er Spielberg, der statt mit den klassischen Aromen eines jungen Rieslings wie Pfirsich oder Zitrus mit Noten nach reifem Apfel oder Orangenschale sowie schon einem leichten, angenehmen Reifeton überzeugte. Einen Wein mit großem Potenzial, der aber auch jetzt schon schmeckt, hatte das Weingut Karl Schaefer mit dem Großen Gewächs aus der Lage Michelsberg eingereicht (Jahrgang: 2015). Hier hat uns vor allem die feine Würze und die enorme Intensität des Weins gefallen, der trotzdem sehr frisch wirkte. In ein paar Jahren macht er sicher noch mehr Spaß – aber das ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

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