Freitag, 3. September 2010

Im Aufwind

Wein: Dürkheimer Hochbenn, Riesling (Weißwein)
Weingut: Hensel, Bad Dürkheim
Jahrgang: 2009
Alkoholgehalt: 12,5 % Vol.
Preis: 8,80 EUR (0,75 Liter)
Internet: www.weingut-hensel.de

Geschrieben von Kellermeister

Der englische Weinkenner (und -autor) Stuart Pigott ist bekennender Fan des Dürkheimer Weinmachers Thomas Hensel. Auf der Webseite des Dürkheimer Winzers ist der Brite sogar auf einem Video zu sehen, in dem er in den höchsten Tönen vom „Phänomen“ Thomas Hensel und dessen Kreativität schwärmt. Das hat mich neugierig gemacht – und so viel sei verraten: der Besuch des Weinguts am Dürkheimer Mini-Flughafen hat sich gelohnt.

Ähnlich außergewöhnlich wie die Weine ist das Marketing des Dürkheimer Winzers: die Weine sind – in Anlehnung an die räumliche Nähe zum Flugplatz – in die Kategorien „Aufwind“ und „Höhenflug“ eingeteilt, hinzu kommt die Cuvee Ikarus. Auf die üblichen Klassifizierungen wird dagegen verzichtet. Das Weingut Hensel sieht sich zwar selbst nicht unbedingt als Riesling-Spezialist, das Verhältnis von Rot- und Weißweinen beträgt ungefähr 50 zu 50. Bei den Weißweinen spielen auch Weiß- und Grauburgunder eine Rolle. Doch gerade die Rieslinge lobt Stuart Pigott. Mir haben es besonders die Aufwind-Weine angetan, die als Einstiegsweine gedacht sind. Auch der Riesling der Lage Dürkheimer Hochbenn, der mich sofort begeistert hat, fällt in diese Rubrik. Der Geruch erinnert mich stark an ein Weingut während oder kurz nach der Lese. Schon nach dem ersten Schluck ist klar, was Weinkenner Pigott mit „wild“ gemeint hat: Deutliche Aromen von Wiesenheu und Zitrone animieren die Geschmacksnerven und tatsächlich (vielleicht zum ersten Mal, seit ich etwas bewusster Wein trinke) kann ich unterschreiben, dass ein Wein eine Note von Pfeffer haben kann. Der Dürkheimer Hochbenn jedenfalls hat sie. Entsprechend fällt das Fazit aus: Auch wenn er vielleicht nicht unbedingt jedermanns Sache ist, sollte man den Riesling aus dem Dürkheimer Hochbenn unbedingt probiert haben – allein schon des außergewöhnlichen Geschmackserlebnisses wegen. Wenn das Wein für Einsteiger ist, dann verzichte ich gerne auf jegliche Form des Fortschritts!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.