Mittwoch, 9. Mai 2012

Frankreich lässt grüßen

Wein: Schweigener Auxerrois „Tonmergel“
Weingut: Bernhart, Schweigen
Jahrgang: 2011
Alkoholgehalt: 13,5 % Vol.
Preis: 9,80 Euro (im Weinhandel)
Internet: www.weingut-bernhart.de

Geschrieben von Kellermeister

Wenn mir jemand den Schweigener Auxerrois bei einer Blindverkostung vorsetzen würde, käme ich wohl kaum auf die Idee, ihn in die Pfalz zu stecken. Eher nach Frankreich. So ganz falsch ist das auch gar nicht: Erstens, weil Schweigen und damit das Weingut Bernhart ganz nah an der französischen Grenze liegt. Und zweitens, weil Auxerrois nicht der klassische Pfalzwein ist. Das verrät ja schon der Name, der sich von einer französischen Grafschaft ableitet. Die Rebe gehört zur Gruppe der Burgunder und ist eine natürliche Kreuzung zwischen Pinot und Gouais Blanc (Weißer Heunisch).

In der Pfalz gibt es einige Weingüter, die Auxerrois ausbauen, wie beispielsweise auch das Dürkheimer Weingut Pflüger. Der Pflüger-Auxerrois des Jahrgangs 2009 kam recht elegant und nicht zu fruchtig daher. Dagegen ist der 2011er des Weinguts Bernhart schon eine andere Nummer – vielleicht, weil er von recht alten Reben stammt. Der Wein ist sehr kräftig im Bouquet, mit 13,5 % Vol. in Sachen Alkohol alles andere als ein Leichtgewicht, was sicherlich auch jahrgangsbedingt ist. Hinzu kommt der sortentypisch recht geringe Säuregehalt im Vergleich zum Riesling. In der Nase dominieren Aromen, die an Pfirsich und reifen Apfel erinnern, im Mund kommen dann noch ein wenig Stachelbeere und Mirabelle hinzu. Alles sehr intensiv und stark an einen französischen Weißwein erinnernd.

2 comments:

Habe gestern die letzte Flasche geleert und ärgere mich…..Habe bei 2 von 3 Flaschen Babymord begangen….der Wein wird erst jetzt langsam rund, verliert seinen „dumpfen“ Grundton und wird richtig klasse. Werde den 2012 nicht vor Ende 14 anrühren

Hallo Pälzer, ja, das passiert mir leider auch öfters mal, dass ich die Weine zu früh trinke (wer den Blog regelmäßig liest, dem verrate ich da nichts Neues :-)). Von den Weinen, denen ich viel Potenzial zutraue, habe ich daher immer ein paar Flaschen mehr im Keller liegen und bin dann gespannt, wie sie sich im Laufe der Zeit entwickeln. Was ich damals gedacht habe, kann ich ja immer auf dem Pfälzer Weinblog nachlesen… Viele Grüße Alexander

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.